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Nürnberg: Kleiner Eisbär stirbt im Zoo

Nürnberg

Kleiner Eisbär stirbt im Zoo

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    Nürnberg (dpa/lby) - Kurz vor Flockes erstem Geburtstag ist einer der beiden Nürnberger Eisbären-Zwillinge gestorben. Knapp drei Wochen nach seiner Geburt sei das Jungtier in der Wurfbox verendet, teilten Stadt und Tiergarten am Mittwoch mit. Kurz vor seinem Tod am Montag sei das Jungtier immer wieder durch ungewöhnlich langes Gähnen aufgefallen."Da haben wir uns schon gedacht: Das sieht nicht gut aus", sagte Tiergartenleiter Dag Encke der Deutschen Presse-Agentur dpa. Weshalb das 18 Tage alte Jungtier gestorben ist, werde für immer unklar bleiben. Die Eisenbären-Nachzucht im Nürnberger Tiergarten habe einen schweren Rückschlag erlitten.

    Flocke, die ebenfalls von der Eisbärin Vera abstammt, wird an diesem Donnerstag ein Jahr alt. Auf Geburtstagstrubel, der Vera stören könnte, legt der Zoo allerdings keinen Wert. Er hat deshalb schon am Mittwoch gebeten, auf Fotoaufnahmen von Flocke im Gehege mit Rücksicht auf den Eisbären-Nachwuchs zu verzichten.

    Nach Angaben von Tiergartenchef Encke haben Tierpfleger den Tod des jungen Eisbären erst später festgestellt. "Wie das Jungtier gestorben ist, haben wir nicht beobachten können, da Vera zu diesem Zeitpunkt der Videokamera den Rücken gekehrt hatte und daher die Jungtiere nicht zu sehen waren", erinnerte sich der Zoo-Chef. Später habe man sehen können, dass der eine Zwilling einen großen Milchbauch hatte, während sein Geschwisterchen tot im Heu lag. Inzwischen sei von dem Kadaver nichts mehr zu sehen. "Möglich, dass Vera das tote Junge im Heu verschart hat. Viel vernünftiger und bei Eisbären auch üblich wäre es, wenn Vera das tote Jungtier gefressen hat", berichtete Enke.

    Der Tiergartendirektor bedauerte den Tod des Eisbärenjungen: "Es ist sehr, sehr schade. Doch noch bewegen wir uns im Rahmen der Normalität einer Aufzucht. Es ist leider häufiger der Fall, dass bei Zwillingen eines der Tiere nicht überlebt." Auf den Aufnahmen der Gehegekamera habe das verstorbene Tier leichter und schwächer als sein Zwilling ausgesehen. "Ob Vera das Tier nicht ausreichend versorgt hat oder ob das Jungtier schwächelte, werden wir wohl nie sagen können", ergänzte der Tiergarten-Chef. Die beiden Eisbärenzwillinge waren am 21. November 2008 zur Welt gekommen.

    "Umso mehr müssen wir uns um das Überleben des zweiten Jungtiers kümmern und dafür Sorge tragen, dass die Eisbärin mit ihrem Nachwuchs nicht gestört wird. Bislang versorgt Vera das überlebende Jungtier vorbildlich", sagte Encke. Das zweite Junge mache einen gesunden Eindruck. Eisbären sind allerdings äußerst geräuschmpfindlich. Um eine Störung der Aufzucht des Eisbären-Nachwuchses zu verhindern, hat der Tiergarten einen Teil des Geheges absperrt. Wenn Eisbären bei der Aufzucht gestört werden, fressen sie im schlimmsten Fall die Jungtiere auf.

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