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Nürnberger Tiergarten: Delfinshow in Nürnberg: Ende eines umstrittenen Spektakels

Nürnberger Tiergarten

Delfinshow in Nürnberg: Ende eines umstrittenen Spektakels

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    Zwei Delfine springen  bei einer Delfinshow im Tiergarten in Nuernberg (Mittelfranken) aus dem Wasser.
    Zwei Delfine springen bei einer Delfinshow im Tiergarten in Nuernberg (Mittelfranken) aus dem Wasser. Foto: Daniel Karmann

    Ende eines populären und umstrittenen Tierspektakels: An diesem Sonntag können Nürnberger Tiergartenbesucher ein letztes Mal die klassische Delfinshow erleben.

     Nach dem Umzug ins neue Delfinarium Ende Juli könnten Tierliebhaber die Delfine nur noch beim Füttern und Training beobachten, erläuterte Tiergartensprecherin Nicola Mögel. Seit der Eröffnung 1971 haben mehr als zehn Millionen Menschen die Delfinshows besucht. Tierschützer kritisieren allerdings, dass die Haltung der Meeressäuger in Gefangenschaft artgerecht niemals möglich sei und auch in Nürnberg in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Delfine verendet seien.

    In rund 60 Staaten der Welt leben Delfine und kleine Wale wie Orcas in Zoos und Delfinarien. Allein in der Europäischen Union gibt es nach einem Bericht der Wal- und Delfinschutzorganisatin Whale and Dolphin Conservation Society 34 Delfinarien in 14 Ländern. Mit elf Anlagen liegt Spanien an der Spitze, dann folgt Italien mit fünf. In deutschen Zoos gibt es drei Anlagen - in Münster, Duisburg und Nürnberg. Münster will sein Delfinarium bald schließen, in Nürnberg wird hingegen ein Neubau eröffnet. Sechs Anlagen in deutschen Freizeitparks sind in den vergangenen Jahren bereits aufgegeben worden.

    Delfinarien sind heftig umstritten. Viele Menschen lieben die Vorführungen mit Delfinen, die durch Reifen springen oder Bälle auf der Nase balancieren. Tierschützer jedoch kritisieren die Haltung der intelligenten Säugetiere in Gefangenschaft seit Jahren. Hauptargument ist, dass Wale und Delfine in künstlichen Becken nicht artgerecht leben können und erheblich früher als in Freiheit sterben.

    Wale und Delfine sind in allen Weltmeeren zu Hause, von den Tropen bis zu den Polen. Der Gesamtbestand der Delfinart Großer Tümmler, die am häufigsten in Delfinarien zu sehen ist, wird weltweit auf rund fünf Millionen Tiere geschätzt. Große Tümmler schwimmen in Freiheit tausende Kilometer und können sehr tief tauchen. Mit ihrer Sonarortung, ähnlich dem Echolot-System der Fledermäuse, verfügen sie über eine der erstaunlichsten Sinnesleistungen im Tierreich. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Delfine ihr Spiegelbild erkennen können. Forscher gehen deshalb von einem "Ich-Bewusstsein" der Tiere aus. In vielen Ländern stehen Delfine unter Schutz. Die größte Bedrohung für sie sind in der Regel Fischernetze. dpa/lby

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