Mit einem fröhlichen „Servus miteinand’“ aus den Lautsprechern wird jeder Wiesn-Besucher an der U-Bahn-Station Theresienwiese begrüßt. Wer darauf verzichtet, kommt aber zu Stoßzeiten auch entspannter und schneller auf das Oktoberfest. Vom Münchener Hauptbahnhof mitten auf die Wiesn zum Bräurosl-Festzelt – welches Verkehrsmittel gewinnt? Wir haben das getestet.
- U 4/U 5 Sie sind die Klassiker unter den Wiesn-Transportmitteln: Die U-Bahn-Linien 4 und 5 fahren direkt vom Hauptbahnhof zur Theresienwiese. Doch das wissen fast alle Oktoberfest-Besucher und entsprechend voll sind die U-Bahnen. Eingequetscht zu sein zwischen einem frisch verliebten, knutschenden Wiesn-Pärchen und zwei Besuchern, die die Hinfahrt schon für mehrere Bier genutzt haben, ist nicht die schönste Fortbewegungsart. Selbst der U-Bahn-Fahrer ist genervt. „Wenns ihr jetzt alle in den ersten Wagen neidruckts, dann komm mer gar nimmer weiter“, schallt es aus den Lautsprechern. Zum Glück beträgt die Fahrzeit nur etwa drei Minuten. Ein Höhepunkt sind dann die fröhlichen bayerischen Durchsagen an der Haltestelle. Vor allem abends werden hier die Besucher gar nicht mehr zum Hauptausgang gelotst, sondern in die andere Richtung zur St.-Pauls-Kirche. Mehrere Minuten dauert es, die rund 100 Stufen beziehungsweise die Rolltreppe hinter sich zu lassen. Schneller geht’s, wenn man einfach eine Station weiter zur Schwanthalerhöhe fährt. Die meisten Fahrgäste sind dann bereits ausgestiegen, und nach vier Minuten Fußmarsch geht es bereits am Hofbräuzelt entlang auf die Wiesn. Etwa zehn Minuten dauert es dann bis zum Bräusrosl, egal ob von nördlicher (Theresienwiese) oder westlicher (Schwanthalerhöhe) Richtung.
Der schnellste Weg zum Münchner Oktoberfest
- U 3/U 6 Die besseren U-Bahn-Alternativen sind die Linien 3 und 6. Sie sind meistens nicht so voll wie die Klassiker U 4/U 5. Etwa sieben Minuten dauert die Fahrt zum Goetheplatz beziehungsweise zur Poccistraße. Zum Bräurosl sind es dann noch einmal 13 Minuten zu Fuß. Die Station Poccistraße im Süden der Theresienwiese bietet sich vor allem für „Oide-Wiesn-Besucher“ an. Nur knapp zehn Minuten sind es dorthin.
- Tram 16/17 Direkt vor dem zentralen Eingang des Hauptbahnhofes fahren die Tram-Linien 16 und 17 ab. Sie brauchen dreieinhalb Minuten bis zur Hackerbrücke. Von dort aus läuft die ganze Trachtenkolonne über die Brücke in Richtung Theresienwiese. Ab der Brückenmitte wird es richtig voll, denn von unten kommen die S-Bahn-Fahrer über die Treppe hinauf. Der Oktoberfest-Marsch unter Gleichgesinnten dauert eine gute Viertelstunde, dann ist die Wiesn erreicht und nach fünf weiteren Minuten das Bräurosl.
Immer dem lachenenden Maßkrug nach: Zu Fuß zur Wiesn
- Fußweg Wem das Gequetsche und Geschiebe in der U-Bahn oder Tram zu viel ist, der läuft am besten zum Oktoberfest. Ein lachender Maßkrug weist auch Nicht-Ortsansässigen den schnellsten Weg. Der geht rechts aus dem Hauptbahnhof heraus zur Bayerstraße. Nach etwa sieben Minuten führt der Weg links zur St.-Pauls-Kirche und damit direkt zum Wiesn-Eingang. Elf Minuten dauert dieser Fußmarsch und nach fast 20 Minuten ist das Festzelt erreicht.
- Rikscha Der wohl bequemste Weg auf das Oktoberfest ist, sich in eine Rikscha zu setzen. Die Fahrer warten unter anderem direkt vor dem Bahnhofsausgang Bayerstraße. Zur Festwiese brauchen die Radler nicht einmal fünf Minuten. Doch dieser Service kostet natürlich – wie U-Bahn oder Tram auch. 14 Euro muss man für die Fahrt für zwei Personen bis zum Wiesn-Eingang zahlen. Alleinreisende sind mit zehn Euro dabei. Zum Festzelt muss dann aber jeder selbst laufen. Zehn Minuten sollten dabei schon eingeplant werden.
Bayerische Durchsagen oder Fußmarsch in der Trachtenkolonne
- Fazit Zeitlich macht es keine großen Unterschiede, mit welchem Verkehrsmittel die Wiesn angesteuert wird. Einzige Ausnahme ist der Weg über die Hackerbrücke (Tram 16/17). Der dauert länger. An der U 4/U 5-Haltestelle Theresienwiese ist Geduld erforderlich, um überhaupt aus der Station zu kommen.
Am einfachsten ist es deshalb, sich direkt den Wiesn-Pilgern am Hauptbahnhof anzuschließen und zum Oktoberfest zu laufen. Das gilt vor allem, wenn – wie an diesem Sonntag um 15.30 Uhr – ein Fußballspiel in München ansteht. Wer nicht laufen möchte, der sollte sich vorher den Wiesn-Plan ansehen und nach gewünschtem Ziel entscheiden, an welcher Station er aussteigt. Wer mehr Zeit mitbringt und sich für Menschenmassen in einer U-Bahn-Station begeistern kann, der sollte wenigstens einmal von der Haltestelle Theresienwiese zurückfahren. Aber nur, um mit diesen Worten nach Hause geschickt zu werden: „Servus miteinand’! Nehmts den Schwung von d’ Treppn glei mit und gehts bis zum vorderen Bahnsteig. Da san no gnug Stehplätze für eich. Und wenn d’ Zug eifahrt, dürfts alle 18 Türen gleichzeitig benutzen.“