Stolz war er, der Philipp Rösler. Deshalb hat er beim Politischen Aschermittwoch in Dingolfing seinen Kurs bei der Nominierung von Joachim Gauck zum Bundespräsidenten-Kandidaten verteidigt. "Wenn man uns droht, lassen wir uns davon nicht einschüchtern, sondern wir werden nur noch größer", warnte der Bundeswirtschaftsminister die Union beim Politischen Aschermittwoch seiner Partei im niederbayerischen Dingolfing.
FDP-Chef Rösler: "Man darf nie seine Überzeugung verlieren"
Man könne eine Wahl oder ein Amt verlieren, "aber man darf niemals seine Überzeugung verlieren", sagte Rösler unter dem Jubel der 400 Parteianhänger im Saal. "Wer sich selbst zum Weißwürstchen macht, darf sich nicht wundern, dass er als solches verspeist wird", fügte Rösler hinzu.
Nach dem Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff (CDU) brauche Deutschland keine "parteitaktischen Spielchen", sondern "einen Kandidaten, der verloren gegangenes Vertrauen, verloren gegangene Würde wieder zurückgewinnen" könne. Mit einem Seitenhieb auf Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte er, seine Ehefrau habe ihn in diesem Kurs bestärkt - "auf meine Frau höre ich übrigens", erklärte er zur Erheiterung des Publikums. (daam, lby)
Die zehn besten Sprüche am Politischen Aschermittwoch
Platz 10: Seine Äußerung wurde schnell in ganz Deutschland bekannt: Horst Seehofer (CSU) beim Politischen Aschermittwoch zu den selbstbewussten Äußerungen von FDP-Chef Guido Westerwelle im Spiegel über seinen künftigen Umgang mit der CSU: "Das ist kein Tsunami, das ist nur eine Westerwelle."
Platz 9: Kurt Beck (SPD) zog 2008 einen harten Vergleich: "Eher wird ein Hund einen Wurstvorrat anlegen, als der Ede Stoiber die Bürokratie bekämpfen."
Platz 8: Natürlich war auch die Affäre um Karl Theodor zu Guttenberg ein Anlass, den viele Politiker zum Spotten nutzten. So sagte Klaus Ernst (Linke) der über die "Zitierfehlern" von Guttenberg: "Dann kann man künftig Ladendiebstahl auch als Einkaufsfehler bezeichnen."
Platz 7: Und auch die weitreichenden Folgen nach dem Rücktritt von KT wurden von Theresa Schopper (Grüne) veräppelt: "Es greift die Gewissheit um sich: Es bleibt nur noch der Horst."
Platz 6: CSU-Chef Horst Seehofer lästerte 2011 dagegen über den Koalitionspartner FDP: "Das Problem der Liberalen: Dass sie sich bereits benachteiligt fühlen, wenn sie nicht bevorzugt werden."
Platz 5: Schwarz und Grün verträgt sich nicht. Meistens zumindest. 2005 haute die damalige Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) deshalb wie folgt auf die Schwarzen: "Mit CDU und CSU verhält es sich wie mit Windbeutel. Wenn man die Ofentür zu früh aufmacht, dann geht die warme Luft raus und die Dinger sind platt wie ein Keks."
Platz 4: Der konservative Günther Beckstein (CSU) war kein Freund der Linken: "Wer mit den Linken ins Bett geht, bekommt keinen demokratischen Nachwuchs."
Platz 3: Markus Söder (CSU) ist nicht gerade für sein gelassenes Auftreten bekannt. Auch Kurt Beck (SPD) machte sich deshalb über den hitzigen CSU-Mann lustig: "Er kommt mir immer so vor, wie so ein Kampfpudel. Ein bisschen strubbelig, ein bisschen zu groß geraten und vor allem ist das Gekläffe zu laut."
Platz 2: Edmund Stoiber (CSU) äußerte sich 2006 nicht gerade eindeutig zur Gesundheitsreform. Dirk Niebel (FDP) verband 2007 dann die Sprunghaftigkeit von Stoiber mit einem Klassiker: "Und das ewige Nein-Ja des bayerischen Ministerpräsidenten in dieser Frage erinnerte mich fast schon an seine Wegbeschreibung von München zum Flughafen."
Platz 1: Ohne Kommentar: Linken-Chef Klaus Ernst fand die Forderung von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) nach höheren Löhnen wohl etwas lächerlich: "Wenn Brüderle von Lohnerhöhungen spricht, wenn sich die FDP um die Tarifverträge Gedanken macht, dann ist das genauso, wie wenn sich der Papst um die Qualität von Kondomen kümmern würde."