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Regensburg: Fall Eisenberg: Zwölf Polizeikugeln trafen den Studenten

Regensburg

Fall Eisenberg: Zwölf Polizeikugeln trafen den Studenten

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    Sieben Monate nach dem Tod von Eisenberg sind die Polizeischüsse auf den Regensburger Studenten nachgestellt worden.
    Sieben Monate nach dem Tod von Eisenberg sind die Polizeischüsse auf den Regensburger Studenten nachgestellt worden. Foto: DPA

    Regensburg (lb) - Es gibt Streit unter Nachbarn, einer der Männer ist mit einem Küchenmesser bewaffnet. Polizisten werden alarmiert. Am 30. April dieses Jahres lief in Regensburg solch ein Polizeieinsatz allerdings völlig aus dem Ruder. Die Beamten feuerten 16 Mal auf Tennessee Eisenberg, zwölf Kugeln trafen den 24-Jährigen, der Student starb in einem Krankenhaus. Bis heute ist völlig unklar, warum die Polizeiaktion dermaßen eskalierte.

    Die Staatsanwaltschaft steht inzwischen kurz vor Abschluss der Ermittlungen, Anklagen gegen zwei Polizisten stehen im Raum. Unabhängig vom Ausgang der Strafverfahren hat der Tod von Eisenberg zu einer Diskussion über Polizeitaktik und die verwendete Munition geführt, mehrfach war der missglückte Einsatz Thema im Landtag. "Es wird keiner bestreiten, dass dieser Polizeieinsatz ein totales Chaos war", meint der Anwalt Andreas Tronicsek. Er vertritt mit zwei anderen Anwälten die Familie Eisenberg. Nach den bisher bekannten Details war der Musikstudent, der von Freunden als äußerst friedfertig beschrieben wird, möglicherweise akut psychisch erkrankt.

    Zunächst soll er den Mitbewohner aus seiner Wohngemeinschaft mit einem Messer bedroht haben. Der Mann stürmte aus dem Haus und rief die Polizei, binnen Minuten waren acht Beamte am Ort. Nach Aussage der Polizisten ging Eisenberg dann im Treppenhaus auf die Beamten los, so soll es zu den Schüssen gekommen sein. Pfefferspray und Schlagstock hätten keine Wirkung gezeigt, auch mehrere Treffer in Beine und einen Arm hätten den 24-Jährigen nicht gestoppt. Schließlich schossen zwei Beamte ihre Magazine leer und feuerten auf den Oberkörper.

    Eltern beauftragten Rechtsanwalt

    Die Eltern und der Bruder des Opfers beauftragten Juristen, weil sie Zweifel an der objektiven Aufklärung des Falls haben. Die Angehörigen sammelten auch Spenden für ein eigenes Gutachten. Dieses Privatgutachten erbrachte Unterschiede zu den offiziellen Ermittlungen.

    Tronicsek ist sich sicher, dass die Schüsse auf Eisenberg keine Notwehr waren. "Ich bin dafür, dass gegen beide Polizisten Anklage erhoben wird." Der Leitende Oberstaatsanwalt Günther Ruckdäschel kommentiert diese Forderung nicht. "Wir ziehen unser Fazit, wenn wir fertig sind", sagt er. Womöglich würden die Ermittlungen noch im Dezember abgeschlossen.

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