München (lb). Die schweren Unwetter mit Sturm, Blitzen und heftigen Regenschauern haben am Dienstag zu mehreren Bränden und Unfällen geführt.
In Hauzenberg (Kreis Passau) wurde am späten Abend ein 26-jähriger Quadfahrer von einem umstürzenden Baum erschlagen. Der Mann war mit seiner vierrädrigen Maschine an einem Waldstück entlanggefahren, sagte ein Polizeisprecher. Er erlitt tödliche Kopfverletzungen und starb noch am Unfallort. Ein Bekannter des Mannes hatte den 26- Jährigen unter dem Baum liegend entdeckt.
In mehreren Landkreisen Bayerns stürzten Bäume um und blockierten Straßen. Außerdem knickten Strommasten um, Keller und Unterführungen liefen voll Wasser. Die Rettungskräfte rückten zu hunderten Einsätzen aus.
Auch der Bahnverkehr war betroffen. Nach Angaben eines Bahnsprechers waren einige Strecken im Allgäu und rund um München durch Bäume blockiert. Blitze beschädigten zudem teilweise Stellwerke und Signale. Aus diesem Grund komme es auch am Mittwoch noch zu erheblichen Verspätungen und Zugausfällen im Regional- und S- Bahnverkehr, so die Bahn.
Beim Versuch, ein Dach wieder einzudecken, fiel in Perlesreut (Landkreis Freyung-Grafenau) ein 53-jähriger Landwirt herunter und verletzte sich schwer. Im niederbayerischen Hunderdorf (Landkreis Straubing-Bogen) geriet eine ehemalige Schreinerei in Brand. Das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder, teilte die Polizei in Straubing mit. Brandursache war vermutlich ein Blitzschlag. Der Sachschaden wird auf 250.000 Euro geschätzt.
Bei einem Brand einer landwirtschaftlichen Halle in Landau an der Isar (Landkreis Dingolfing-Landau) entstand ein Sachschaden von 100.000 Euro. In dem Gebäude waren 10 Fahrzeuge abgestellt. Menschen wurden nicht verletzt.
In München war vorübergehend der Flugverkehr lahmgelegt. Viele Flugzeuge, die landen wollten, mussten Warteschleifen drehen. 14 Flüge wurden ganz gestrichen. Nach einer knappen Stunde konnten die Maschinen gegen 19.25 Uhr wieder starten und landen.
Auf überschwemmten Fahrbahnen gerieten Autofahrer ins Rutschen. Auf den Autobahnen A 7, A 8 und A 9 rissen die Sturmböen Lkw-Anhänger um. Äste, Buschwerk und umgestürzte Bäume behinderten den Verkehr.
Hagelschicht stoppt Verkehr auf der A8
Die Autobahn A8 musste bei Odelzhausen gegen 19 Uhr wegen Überflutung komplett gesperrt werden, nur in Richtung München war noch eine Fahrspur frei. Erst mit einem Radlader konnte die bis zu 50 Zentimeter dicke Schicht von Hagelkörnern, Schlamm und Geröll beräumt werden, ein Schneepflug war daran zuvor gescheitert. Erst gegen Mitternacht löste sich der kilometerlange Stau wieder auf.
Der Wetterdienst Meteomedia meldete orkanartige Böen von bis zu 140 Stundenkilometern etwa im Bereich Landsberg am Lech. Im oberbayerischen Altenstadt im Landkreis Weilheim-Schongau wurde eine Frau schwer verletzt, als ein Ast auf ihr Auto stürzte. Im Landkreis Eichstätt fuhr ein Auto in einen entwurzelten Baum. Bei Senden im Kreis Neu-Ulm knickte die Spitze eines Maibaumes ab und fiel auf ein vorbeifahrendes Auto.
Bei Pittenhart (Landkreis Traunstein) schlug ein Blitz in das Dach eines Bauernhauses ein. Der Besitzer konnte den Brand selbst löschen. Im Kreis Altötting deckte eine Sturmböe ein zehn Quadratmeter großes Dach in Burghausen ab, außerdem wurde ein Baustellenzaun auf die Fahrbahn geweht. Eine abgerissene Telefonleitung wurde im Kreis Mühldorf gemeldet.
Im Stadtgebiet von München blieb es vergleichsweise ruhig. Die Polizei registrierte von 17.30 Uhr bis 19.30 Uhr nur zehn Einsätze, die Feuerwehr rückte 50 Mal aus.