Wenige Tage sind seit der peinlichen Panne am Flughafen München vergangen. Der Mann, der den Großalarm ausgelöst hatte, entpuppte sich als harmloser Passagier. Einen Anschlag hatte auch Werner Leutner aus Eglofs (Westallgäu) nicht geplant, als er mit einem ägyptischen Brieföffner im Handgepäck von Kairo nach München flog. Allerdings ist die "Klinge" des Brieföffners rund zehn Zentimeter lang und taugt damit als Waffe - etwa für ein Attentat.
Leutner wollte nur ein Souvenir und wundert sich noch immer, warum er das gefährliche Stück im Duty-free-Shop am Flughafen Kairo kaufen konnte. Hätte er während eines Zwischenstopps in Frankfurt nicht den Sicherheitsbereich verlassen, wäre das Souvenir unentdeckt geblieben.
So aber musste der 53-Jährige den Brieföffner als Reisegepäck aufgeben. Trotzdem bleiben für ihn viele Fragen offen: "Was nutzen die schärfsten Kontrollen, wenn man kurz vor dem Einsteigen ins Flugzeug Waffen kaufen kann?"
Heinrich Schuster vom oberbayerischen Luftamt erklärt: Außerhalb der EU gelten weniger strenge Sicherheitsbestimmungen. Deshalb gibt es an den EU-Flughäfen Transferkontrollen. So eine hätte Leutner in Frankfurt eigentlich auch durchlaufen müssen. Denn dabei, so Schuster, werden immer wieder verbotene Gegenstände gefunden. dec/AZ