Dramatisches Unglück am frühen Sonntagabend auf dem Öschlesee bei Sulzberg (Oberallgäu): Gegen 17.20 Uhr stürzt ein mit vier Menschen besetztes Kleinflugzeug in den See. Vier Insassen werden verletzt, bei einem soll es sich um einen lebensbedrohlichen Zustand handeln, heißt es Stunden später.
Karla und Franz Speiser (80) sind am frühen Abend mit einem Tretboot auf dem zwischen Sulzberg und Durach gelegenen See unterwegs, als die offensichtlich gerade in Durach gestartete Maschine immer mehr an Höhe verliert und schließlich 150 Meter von ihnen entfernt in den See stürzt. Ganz in der Nähe des Strandbades, das die Familie Speiser betreibt. Es sind bange Sekunden. „Als das Flugzeug auf uns zukam, dachte ich, jetzt ist es aus“, schildert der 80-Jährige.
Speisers Sohn rettet die anderen beiden Insassen des Flugzeugs
Er wird danach umgehend aktiv: Die vier Insassen, so die Schilderung, versuchen sich auf den Tragflächen der noch nicht gesunkenen Maschine über Wasser zu halten. Speiser nimmt zwei von ihnen auf sein Tretboot, rettet ihnen wohl das Leben. Denn das Wasser ist noch eiskalt. Dann wird Speisers Sohn Hubert aktiv. Er weiß, was zu tun ist, er ist Kreisbrandinspektor im Oberallgäu. Ebenfalls mit einem Tretboot eilt er zum Unglücksort und rettet die beiden anderen Flugzeug-Insassen. Minuten später ist von der Maschine nichts mehr zu sehen.
Es handle sich um eine viersitzige Cessna 172, sagen Augenzeugen. Angeblich war sie auf dem nur einen Steinwurf entfernten Flugplatz Durach nach Süden gestartet, war dann aber nicht richtig hochgekommen und der Pilot hatte eine Runde um den See gedreht. Ins Wasser gestürzt ist das Flugzeug etwa 20 Meter vom Ufer entfernt in der Nähe des Strandbades. Das Wasser soll in diesem Bereich etwa acht bis zehn Meter tief sein. Augenzeugen berichten, sie hätten sich gewundert, weil das Flugzeug in so geringer Höhe über den See flog.
Taucher suchen nach dem Flugzeug im Öschlesee - zunächst ohne Erfolg
Unmittelbar nach den ersten Meldungen von Augenzeugen läuft die Rettungsaktion an. Etwa 100 Hilfskräfte sind im Einsatz: Frauen und Männer von Feuerwehren, Technischem Hilfswerk, Wasserwacht, Rettungsdienst und von der Polizei. Noch vor Beginn der Nacht soll das Wrack aus dem See geborgen werden, heißt es gegen 19 Uhr. Mit speziellen Geräten soll die abgestürzte Maschine aus dem Wasser gezogen werden.
Doch offensichtlich ist es schwieriger als zunächst gedacht, das Wrack unter Wasser zu lokalisieren. Abgesucht werden müsse eine Fläche, die in etwa so groß wie ein Fußballfeld ist, heißt es. Taucher sind im Einsatz, Wasserwachtler suchen von Booten aus – zunächst aber ohne konkreten Erfolg.
Bergung des Kleinflugzeugs am Öschlesee am Montag
Gegen 19.30 Uhr meldet die Polizei, die Maschine sei gesichtet worden. „Man hat sie geortet, aber es ist noch unklar, wie man sie dort herausbringt, sagt ein Sprecher gegen 20 Uhr auf Anfrage. Unklar sei auch, ob das Flugzeug noch vor Einbruch der Dunkelheit geborgen werden könne. Über die Identität der Verunglückten liegen nach seinen Worten immer noch keine offiziellen Angaben vor.
Zuletzt hatte sich im Raum Durach/Sulzberg südlich von Kempten im Mai 2013 ein schwerer Flugunfall ereignet. Damals waren beim Landeanflug auf den Flugplatz Durach zwei Maschinen zusammengestoßen, zwei Menschen starben. Mitte Februar stürzte ein Kleinflugzeug am Bodensee ab, Anfang April passierte Ähnliches einem Piloten nahe Reutte - das Flugzeug wurde von einer Windböe erfasst und stürzte ab.
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