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Tegelberg-Bahn: Seilbahn-Unfall im Allgäu: 17 Stunden in luftiger Höhe gefangen

Tegelberg-Bahn

Seilbahn-Unfall im Allgäu: 17 Stunden in luftiger Höhe gefangen

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    Hubschrauber retteten am frühen Samstaqmorgen 20 Menschen aus der Seilbahn am Tegelberg im Allgäu.
    Hubschrauber retteten am frühen Samstaqmorgen 20 Menschen aus der Seilbahn am Tegelberg im Allgäu. Foto: Widmann/dapd

    Die Passagiere der Tegelbergbahn waren über Nacht auf 1.500 Metern Höhe in einer Gondel gefangen gewesen.  Das Drama in Sichtweite zum Märchenschloss Neuschwanstein im Landkreis Ostallgäu hatte am Freitagmittag seinen Lauf genommen. Um kurz nach 13 Uhr war ein 54 Jahre alter Gleitschirmpilot bei einem Tandemflug mit einem 35-jährigen Passagier aus München in das Tragseil der Tegelbergbahn gestürzt.

    Der Pilot und sein Passagier wurden bei dem Absturz nur leicht verletzt und konnten rasch geborgen werden. Der Unfall bewirkte allerdings eine automatische Abschaltung der Seilbahn. In zwei Gondeln hingen zunächst 50 Menschen fest. Die 30 Personen aus der talseitigen "unteren" Gondel konnten bis zum frühen Abend befreit werden. Außerdem wurden mit Hubschraubern über 130 Menschen, die an der Bergstation festsaßen, ins Tal gebracht.

    Die 20 Menschen in der bergseitigen Gondel mussten - mehrere hundert Meter über dem felsigem Abgrund - 17 Stunden auf ihre Rettung warten. Schwierige Winde und die einbrechende Dunkelheit verhinderten ihre Bergung am Freitagabend.

    Gondel der Tegelbergbahn ist nur zwölf Quadratmeter groß

    Die Kabine ist nach Angaben der Polizei nur rund 12 Quadratmeter groß. Die Eingeschlossenen stammen aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen, außerdem befanden sich zwei Touristen aus Osteuropa mit in der Gondel. Zuletzt hatten sich vier Männer der Bergwacht in einer waghalsigen Aktion 300 Meter weit über das Stahlseil an die Gondel herangehangelt und waren ebenfalls zugestiegen. Sie brachten Decken, Verpflegung und aufmunternde Worte zu den in der Gondel Gefangenen. "Das war kein ganz leichter Einsatz", sagte Bergwacht-Sprecher Ampenberger im Anschluss.

    Trotz der Enge ging es den Eingeschlossenen offenbar gut. Es gab eine Funkverbindung ins Tal. Ralf Kinkel vom Landratsamt in Marktoberdorf konnte am frühen Morgen erleichtert berichten: "Den Leuten geht es körperlich und mental sehr, sehr gut - natürlich den Umständen entsprechend."

    Hubschrauber brachten Passagiere in Sicherheit

    Am Samstagmorgen um 6 Uhr begann die Bergungsaktion. Zwei Polizeihubschrauber arbeiteten im Pendelverkehr. Paarweise wurden die Menschen aus der Gondel gezogen und ins Tal geflogen. Nach der Landung auf einem Sportplatz konnten alle Geretteten alle auf eigenen Füßen aus den Hubschraubern klettern. Sie hatten weiße Overalls an, die sie in der Nacht vor Kälte schützen sollten. Rettungskräfte brachten sie zu Versorgungszelten. Hier warteten die Angehörigen und eine heiße Tasse Tee.

    Polizeisprecher Owsinski war einer der ersten, der den Geretteten begegnete. Sein Eindruck: "Ich habe nur in strahlende Gesichter geblickt."

    Die Tegelbergbahn bleibt vorerst geschlossen. Die Anlage muss jetzt erst einmal auf mögliche Schäden überprüft werden. dapd/AZ

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