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Allgäu: Großer Luftschutzbunker aus der NS-Zeit bei Bauarbeiten in Weidach entdeckt

Allgäu

Großer Luftschutzbunker aus der NS-Zeit bei Bauarbeiten in Weidach entdeckt

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    Mitten in Durach-Weidach ist bei Bauarbeiten für ein neues Baugebiet ein Bunker aus der NS-Zeit zum Vorschein gekommen.
    Mitten in Durach-Weidach ist bei Bauarbeiten für ein neues Baugebiet ein Bunker aus der NS-Zeit zum Vorschein gekommen. Foto: Benjamin Liss

    Ein Fund sorgt bei Bauarbeiten in Weidach für Aufsehen: Wo bald schon Wohnhäuser entstehen sollen, entdeckten Arbeiterinnen und Arbeiter nun einen alten Luftschutzbunker. Dass es diesen geben könnte, damit habe man gerechnet, sagt Durachs Bürgermeister Gerhard Hock auf Anfrage unserer Redaktion. Doch das Ausmaß habe überrascht: 100 Meter lang ist der unterirdische Bau, die drei Eingänge sind längst verschüttet. Mit professionellen Kräften des Kampfmittelräumdienstes wurde der Bunker Anfang der Woche freigelegt.

    Großer Bunker aus der NS-Zeit in Durach-Weidach entdeckt: Anwohnerin erinnert sich

    Sie habe als Kind in dem Bunker gespielt, erinnert sich Christa Naumann (76), die in dem Gebiet geboren und aufgewachsen ist. Bis in die 1970er Jahre sei einer der Eingänge offen gewesen, dann habe man ihn irgendwann sicher verschlossen und der Bunker geriet in Vergessenheit. Ältere Nachbarn hätten den Kindern von der Geschichte des Ortes erzählt. Davon, dass das Nazi-Regime im dortigen Außenlager des Konzentrationslagers Dachau bis zu 1000 Menschen gefangen hielt und zur Arbeit an kriegsfähigen Flugzeugen in einer nahegelegenen Produktionsstätte der Messerschmitt AG zwang.

    Sie erinnere sich daran, dass während ihrer Kindheit Kerzen und alte Sofas in den Räumen standen und es Malereien an den Wänden gab, erzählt Naumann. Auch andere Anwohnerinnen und Anwohner beobachten am Dienstag die Arbeiten auf dem Grundstück. Neben einer Patrone seien in dem Bunker alte Tierknochen, ein kaputter Autotank sowie besagte Sofas gefunden worden.

    Luftbilder zeigten alte Bauten im Boden von neuem Baugebiet in Weidach

    Auf Luftbildern seien helle Stellen auf dem Gelände zu sehen gewesen, sagt Hock. Auch die Zick-Zack-Form des Baus habe sich abgezeichnet. Der große Bunker ist verwinkelt, hat viele Seitengänge. Wer ihn konkret während des Zweiten Weltkriegs genutzt hat, ist bislang nicht näher erforscht. Dass er aber wohl mit der Geschichte des Ortes zu tun hat, habe sich auch aus Erzählungen von älteren Bürgerinnen und Bürgern ergeben, sagt Hock.

    16 Reihenhäuser, sieben Kettenhäuser, die über Garagen aneinander anschließen, und ein Spielplatz sollen in Zukunft auf dem Gelände entstehen. Erst kürzlich begannen die Erschließungsarbeiten dafür. In einem späteren Bauabschnitt sollen vier Einfamilienhäuser und zwei Mehrfamilienhäuser folgen. Bauherr ist die Bau- und Siedlungsgenossenschaft Allgäu (BSG). Einen gemeinsamen Ortstermin habe es bereits gegeben, sagt Hock. Er gehe davon aus, dass der Fund des Bunkers das weitere Bauvorhaben nicht beeinflusse oder in größerem Maße verzögere.

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