Startseite
Icon Pfeil nach unten
Bayern
Icon Pfeil nach unten

Grippe-Welle hat begonnen: fehlende Impfstoffe und hohe Nachfrage

„Abverkauf“

Ärzte und Apotheken klagen mitten in der Grippe-Welle über fehlende Impfstoffe

  • |
  • |
  • |
  • |
    Eine Grippeschutzimpfung ist sinnvoll, um sich vor schweren Influenza-Verläufen zu schützen.
    Eine Grippeschutzimpfung ist sinnvoll, um sich vor schweren Influenza-Verläufen zu schützen. Foto: Zacharie Scheurer, dpa-tmn

    Die Grippewelle ist bereits im vollen Gange, und das laut dem RKI zwei bis drei Wochen früher als in den Vorjahren. Aktuell liegen zahlreiche Menschen mit Fieber, Husten und Abgeschlagenheit flach. Vor den befürchteten schweren Verläufen der Influenza schützt eine jährliche Impfung mit dem angepassten Wirkstoff. Die Nachfrage ist hoch.

    Doch aktuelle Meldungen aus Deutschland zeigen: Nicht allerorts ist es ohne Weiteres möglich, sich impfen zu lassen. Wie die Pharmazeutische Zeitung berichtete, deutet sich bei den Impfstoffen ein Engpass an. Und das, weil zwei Komponenten zusammenkommen. So seien wegen geringerer Vorbestellungszahlen die eingeplanten Produktionsmengen niedriger als in den Vorjahren. Das äußerte das Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Hinzu kommt die erhöhte Nachfrage. Kurzum hätten zu Beginn des Jahres Praxen zurückhaltender bestellt, weshalb weniger produziert wurde, schreibt die Pharmazeutische Zeitung.

    Grippewelle in Bayern: Praxen klagen über zu wenig Impfstoff

    Beim PEI gibt es eine Übersicht der verfügbaren Impfstoffe. Die zeigt: Mehrere Impfstoffe mit Stammanpassung für 2025/26 sind als „beim Hersteller abverkauft“ gelistet, unter anderem „Efluelda“ von Sanofi und „Fluenz“ von AstraZeneca. Das bedeutet, dass die verfügbaren Impfstoffe schneller verkauft, genauer gesagt ausgeliefert wurden als geplant.

    Und weil die Produktion der saisonalen Impfstoffe mehrere Monate dauert, ist eine kurzfristige Nachlieferung nicht möglich. Sobald die vorhandene Menge also abverkauft ist, gibt es keine kurzfristige Nachlieferung in der laufenden Saison. Das betrifft somit insbesondere die Praxen, die zu Beginn des Jahres weniger bestellt haben. Wie BR24 berichtete, klagten Arztpraxen der Region über zu wenige Dosen, während andere keine Probleme zu haben scheinen.

    Stiko: Menschen ab 60, Schwangere und Personen mit Vorerkrankungen

    Was auf den ersten Blick irritierend wirken kann: Offiziell wurde im Oktober 2025 vom PEI genügend Impfstoff freigegeben. Rund 18, 5 Millionen Dosen. Theoretisch ist das ausreichend für den Bedarf. Aber freigegeben bedeutet nicht, dass alle 18,5 Millionen Dosen gleichzeitig oder automatisch überall verfügbar sind. Das liegt daran, dass die Produktion sich nach Vorbestellungen richtet. Hinzu kommt auch, dass die freigegebenen Dosen sich auf verschiedene Hersteller, Alters- und Risikogruppen, also Kinder, Erwachsene und Senioren, und Regionen verteilen. Somit kann es sein, dass bestimmte Impfstoffe vergriffen sind, und andere Varianten noch verfügbar sind.

    Sollte der rasche Abverkauf weiter ein Problem darstellen, ist es möglich, im Ausland Dosen nachzukaufen, beispielsweise aus Österreich und Spanien. Laut Ständiger Impfkommission (STIKO) sollten sich vor allem Menschen über 60 Jahre, Menschen mit Vorerkrankungen und Schwangere impfen lassen. Aber auch alle anderen Altersgruppen können und sollten sich gegen Influenza impfen lassen. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.

    Übrigens: Das Robert Koch-Institut warnt. Impfungen wie gegen Grippe und Covid-19 werden vor allem von einer Altersgruppe zu wenig genutzt. 

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren