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Bayern geht das Wasser aus – nur in Schwaben gibt es genug

Trinkwasser

Bayern geht das Wasser aus: Schwaben soll mehr in den Norden liefern

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    Ab dem Hochbehälter Graisbach, 560 Meter über dem Meeresspiegel gelegen, fließt das in Genderkingen geförderte Wasser im freien Gefälle in die Metropolregion Nürnberg.
    Ab dem Hochbehälter Graisbach, 560 Meter über dem Meeresspiegel gelegen, fließt das in Genderkingen geförderte Wasser im freien Gefälle in die Metropolregion Nürnberg. Foto: Adalbert Riehl

    Wird Schwaben endgültig zu Bayerns Brunnen? Noch in dieser Legislaturperiode wird die Staatsregierung festlegen, woher die Menschen im Freistaat künftig ihr Wasser bekommen. Denn das wird in Zeiten des Klimawandels immer knapper. Das sagte Umweltminister Thorsten Glauber (FW) gegenüber unserer Redaktion. Die zentrale Rolle in seinen Plänen spielt dabei die Region am Unteren Lech rund um die Gemeinden Genderkingen und Oberndorf (Kreis Donau-Ries).

    Wasser für Nürnberg kommt über 100 Kilometer lange Leitung

    Von dort wird schon seit den 1970er Jahren über eine 100 Kilometer lange Wasserleitung Trinkwasser nach Nürnberg, Fürth und Erlangen transportiert. Über einen Verbund sind auch weiter entfernte Städte wie Würzburg und Kronach angeschlossen. Jährlich wandern über dieses System aus dem grundwasserreichen Mündungsgebiet des Lech in die Donau Millionen von Kubikmeter Trinkwasser nach Nordbayern. Der bisherige Spitzenwert wurde im August 2015 erreicht, als an einem Tag mehr als 140 Millionen Liter Wasser abgepumpt wurden. Künftig soll es noch mehr werden.

    Bereits im Sommer 2022 hatte Glauber Pläne für eine gigantische Fernwasser-Ringleitung vorgestellt, um große Mengen Wasser aus Südbayern in das trockene Franken zu transportieren. Denkbar sei, so der Umweltminister vor gut drei Jahren, eine überregionale Wasserspange, die vom Bodensee und der Lech-Mündung in Schwaben über die fränkischen Regierungsbezirke mit der Trinkwassersperre Mauthaus bei Kronach in Oberfranken bis zur Talsperre Frauenau in Niederbayern führen könnte.

    Die Option, dafür Wasser aus dem Bodensee abzupumpen, hat die Staatsregierung inzwischen verworfen. Glauber spricht vage von „finanziellen und technischen Gründen“. Offenbar wäre der Bodensee-Anschluss schlicht zu teuer gekommen. Auch der Bau einer weiteren Talsperre in Bayern scheint für den Umweltminister wenig verlockend. „So etwas heute noch zu bauen, wäre eine politische Herausforderung,“ sagte er unserer Redaktion. Denkbar ist laut Glauber noch ein Wasserbezug aus der tschechischen Talsperre Nyrsko nahe der Grenze zur Oberpfalz - doch dafür müssten erst die Verträge ausgehandelt werden.

    Auch wenn das Umweltministerium versichert, dass es bisher keine Festlegung auf eine der vier Varianten gibt, zwischen denen auch eine Kombination möglich ist. Das Gebiet der Lechmündung ist unter den Kandidaten die verlässlichste Quelle, vielleicht sogar die einzige. Inwieweit dafür bestehende Wasserschutzgebiete ausgeweitet und neue Brunnen gebohrt werden müssten, hänge von den später nötigen Entnahmemenge ab, so das Ministerium. Klar ist: In einem Zeitraum von mehr als 30 Jahren müssen Hunderte von Kilometern an Wasserleitungen aus- und neugebaut werden. Geschätzte Kosten: fünf Milliarden Euro.

    Schwaben soll Wasser liefern: Skepsis vor Ort

    Vorort hält sich die Begeisterung in Grenzen. Seine Behörde sei bislang nicht eingebunden worden, sagt der Donau-Rieser Landrat Stefan Rößle (CSU). „Grundsätzlich ist aber festzuhalten, dass zunächst die Wasserversorgung vor Ort, also in unserem Landkreis Donau-Ries sichergestellt sein muss.“ Nachteile für Kommunen und Anwohner müssten nach Möglichkeit vermieden, ansonsten angemessen entschädigt werden. „Hierfür haben wir uns auch bereits beim zuständigen Landesministerium stark gemacht.“

    Die Verhandlungen über das Lechwasser für weite Teile Bayerns könnten schnell ernst werden. Denn in München drückt Glauber aufs Tempo. „Ich gehe davon aus, dass wir uns in dieser Periode festgelegt haben.“ Der fortschreitende Klimawandel und die damit einhergehende Trockenheit in Franken und Ostbayern zwinge die Politik zum Handeln: „Wir müssen für 2,4 Millionen Menschen Wasser beschaffen.“

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