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Toiletten bei Großveranstaltungen: Bayern will Parität für Frauen

Großveranstaltungen

Jetzt sollen Frauen und Männer auch an Toiletten gleichberechtigt werden

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    Frauen müssen etwa bei Konzerten meist länger vor der Toilette warten als Männer. Dies liegt auch an den bislang geltenden Vorschriften.
    Frauen müssen etwa bei Konzerten meist länger vor der Toilette warten als Männer. Dies liegt auch an den bislang geltenden Vorschriften. Foto: Daniel Karmann, dpa

    Die Warteschlangen vor Frauentoiletten bei Konzerten, Theater- oder Sportveranstaltungen sollen in Bayern künftig kürzer werden: Der Bauausschuss des Landtags folgte mit den Stimmen aller Fraktionen einem Antrag der Grünen, bei Großveranstaltungen im Freistaat künftig „Toiletten-Parität“ für Männer und Frauen umzusetzen.

    Denn bislang verlangt die unter anderem für die Toilettenversorgung von Veranstaltungen maßgebliche Bayerische Versammlungsstättenversorgung eine unterschiedliche Ausstattung für Männer und Frauen: Bei tausend Besuchern seien dort zum Beispiel zwanzig Pissoirs und Toiletten für Männer, aber nur zwölf Toiletten für Frauen vorgeschrieben, bemängelt die Grünen-Landtagsabgeordneten Julia Post: „Wir kennen das doch alle: Männer gehen einfach durch zu den Toiletten, Frauen warten dagegen oft ewig in langen Schlangen.“

    Längere Wartezeiten vor dem Damenklo „kein Zufall, sondern politisch verursacht“

    Die längere Wartezeit vor dem Damenklo sei jedoch kein Zufall, sondern politisch verursacht, findet Post. So sehe eine bundesweite Musterverordnung bereits seit 2014 eine gleiche Anzahl von Männer- und Frauentoiletten bei Veranstaltungen vor. Diese Vorgabe sei jedoch in Bayern nie umgesetzt worden, kritisiert Post. Die Ungleichbehandlung durch die geltende Regelung in Bayern sei jedoch „nicht mehr zeitgemäß“.

    Der Handlungsbedarf sei angesichts der ungleichen Vorgaben offensichtlich, räumt auch der unterfränkische CSU-Abgeordnete Thorsten Schwab ein: „Wenn man zwei Töchter und eine Ehefrau hat, dann kennt man dieses Problem.“ Trotz einer dem Vernehmen nach anfänglichen Skepsis rang sich die Regierungsmehrheit aus CSU und Freien Wählern deshalb schließlich dazu durch, dem Vorstoß der Grünen zuzustimmen. Dass alle Fraktionen im Landtag das Anliegen unterstützen, sei doch „wunderbar für die Frauen in Bayern“, findet nun der Münchner CSU-Mann Josef Schmid.

    CSU und Freie Wähler hoffen auf eine bundesweite Regelung

    Eine konkrete Umsetzung der Toiletten-Gleichheit könnte jedoch trotzdem noch dauern: Aktuell werde in Berlin an einer bundesweiten Reform des Versammlungsstättengesetzes gearbeitet, so Schmid. Diese solle auch die geforderte „Toiletten-Parität“ umfassen. „Wir sind optimistisch, dass es hier zu einer bundesweiten Lösung kommt“, erklärte Schmid: „Falls dies aber nicht gelingt, werden wir eine entsprechende Regelung für Bayern treffen.“ Ob diese dann zwingend eine gleiche Anzahl von Männer- und Frauentoiletten für alle Großveranstaltungen vorsehe oder je nach Veranstaltung nur eine jeweils „ausreichende Anzahl“, blieb zunächst offen.

    Laut Bauministerium soll hier eine Verbände-Anhörung mit Konzertveranstaltern, Hallenbetreiber und Architekten möglichst zeitnah für mehr Klarheit sorgen: „Wir wollen mit der Anhörung in jedem Fall noch dieses Jahr starten“, versprach ein Ministeriumsvertreter. Teure Umbauten müsse jedoch kein Veranstalter befürchten: „Denn alle Veranstaltungsorte, die bereits bestehen, haben Bestandsschutz“, erklärt CSU-Mann Schwab. Änderungen würden nur bei ohnehin geplanten Sanierungen oder Umbauten fällig. Grundsätzlich ausgenommen von den Vorgaben sind zudem „fliegende Bauten“ wie etwa Festzelte auf Volksfesten.

    „Wie die Toilettenversorgung im Detail gelöst wird, müssen Experten klären“, findet Post. Wichtig sei für sie die einstimmige Aussage des Landtags, dass die Benachteiligung von Frauen bei der Toilettenversorgung möglichst bald beendet werden muss. Schließlich gehe es um ein menschliches Grundbedürfnis, unabhängig vom Geschlecht, wirbt Post: „Es ist nur ein kleines Problem, was aber Millionen Menschen in Bayern betrifft.“

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