Die neue Bevölkerungsprognose für Bayern ist eine Vorhersage, keine Gewissheit. Schon öfter mussten die Modelle korrigiert und an neue Realitäten angepasst werden. In einem aber sind sich alle Modelle einig und werden von der Realität bestätigt. Von Aschaffenburg bis Freilassing - die Gesellschaft wird immer älter. Längst sind die Folgen dieses demografischen Wandels spürbar. In der Pflege fehlen die Arbeitskräfte, den Busunternehmen die Busfahrer, und der Bäcker um die Ecke macht mangels Nachfolger dicht. Mit einem Satz: Bayern sieht ganz schön alt aus.
In 20 Jahren werden 50 von 100 Erwerbsfähigen Rentner sein
Selbst vor dem schönen Tegernsee, wo der Kanzler ja gerne in Teilzeit logiert, machte diese Entwicklung nicht halt. Im Kreis Miesbach werden in 20 Jahren auf 100 Menschen im erwerbsfähigen Alter 50 Rentner kommen - und in vielen anderen bayerischen Regionen sieht es nicht besser aus, vom Rest der Republik ganz zu schweigen.
Wer lässt ich in ein Land locken, in dem eine hohe Abgabenlast droht?
Wer unter diesen Umständen glaubt, dass das Modell der Altersvorsorge so wie jetzt weiterlaufen kann, dem ist nicht mehr zu helfen. Nein, die Menschen werden länger arbeiten müssen und dafür am Ende weniger bekommen. Das ist unausweichlich. Wenn sich jetzt nichts ändert, wird es auch mit der erhofften Zuwanderung nichts werden, welche die Probleme mildern könnte. Wer - wenn er die Wahl hat - lässt sich schon in ein Land locken, in dem nur eines sicher ist: eine hohe Abgabenlast? Da helfen dann auch die schönsten Berge, Seen und Schlösser nichts.
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