Es ist völlig unbegreiflich, warum es Dienstag werden musste, bis der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter um Entschuldigung dafür bat, dass es auf dem Oktoberfest zu einer Massenpanik hätte kommen können. Und bis sich Wiesn-Chef Christian Scharpf in einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit stellte. Denn die Beinahe-Katastrophe ereignete sich bereits am Samstag, als es auf einem Teil der Theresienwiese zeitweise kein Durchkommen mehr gab, Wiesn-Besucher akute Angstzustände ausstehen mussten und Durchsagen diese nur noch verstärkten.
Auch in Sicherheitsbelangen muss die Wiesn offensichtlich erst wieder zum Maßstab werden
Unweigerlich denkt man an die Loveparade 2010, bei der 21 Menschen im Gedränge ums Leben kamen. Dass am Samstag niemand ernsthaft verletzt wurde – reines Glück. Das sagte jetzt auch Reiter: „Wir hatten einfach Glück.“ Ob er merkt, wie verheerend eine derartige Kommunikation wirkt? Reiter und Scharpf mögen zeitnah gehandelt haben, nach außen hin aber haben sie mit dem Vertrauen in die Wiesn als sichere Veranstaltung gespielt. Das ist besonders fatal, denn die Wiesn ist ja nicht irgendein Volksfest. Sie ist in vielerlei Hinsicht der Maßstab. Doch auch in Sicherheitsbelangen muss sie das offensichtlich erst wieder werden.
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