Was wurde die CSU ausgeschimpft von der CDU wegen des Bundestagswahlkampfs vor drei Jahren. Zu wenig Plakate geklebt, zu wenig Wähler überzeugt – so lauteten die Vorwürfe im Zickenkrieg der Schwesterparteien. So ist das Leben: Es ist ungemein praktisch, wenn sich ein Schuldiger findet.
In München sehen sie die Dinge zwar anders, wollen sich diesmal aber nichts nachsagen lassen. Einigkeit ist Trumpf, der Friedrich Merz der Richtige für den Kanzlerjob und so weiter. Sogar in der CSU-Parteizentrale scheinen sie das mittlerweile zu glauben und sind mit Feuereifer bei der Sache. Jetzt aber hat es einer der Mitarbeiter übertrieben und ist dabei auf einen Gegner gestoßen, der keinen Spaß versteht: die Satire-Partei „Die Partei“, die es mit Slogans wie „Mindesthirn für alle“ ganz ernsthaft bis ins Europarlament gebracht hat.
Zwei der Plakate, die vor der CSU-Zentrale in München hingen, waren auf einmal verschwunden
In Plakaten veräppelt sie CDU-Kandidat Merz und selbstredend finden sie das bei der CSU gar nicht lustig. Um es kurz zu machen: Zwei dieser Plakate, die vor der CSU-Zentrale in München hingen, waren auf einmal verschwunden – aber nicht spurlos. Weil sie mit GPS-Trackern versehen waren, wies alles auf einen Verbleib in der Parteizentrale hin. Zunächst bestritt die CSU noch die Kenntnis des Vorfalls, gab aber später zu, dass ein Mitarbeiter aus eigenem Antrieb tätig geworden sei. Das missbillige man natürlich. Die Schuldfrage dürfte damit geklärt sein, was noch wichtig werden kann. „Die Partei“ hat nämlich Anzeige erstattet.
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