Fischertag in Memmingen
Beim Fischertag steht ganz Memmingen Kopf: Nach dem Fischerzug beginnt mit dem Böllerschuss Punkt 8 Uhr die Jagd. Dann „jucken“ – es heißt bewusst „jucken“ und nicht „springen“, was den Memmingern sehr wichtig ist – etwa tausend Memminger mit Holzgabelnetzen, den sogenannten „Bären“, in den Stadtbach. Derjenige, der die schwerste Forelle schnappt, wird noch am selben Vormittag zum Fischerkönig gekrönt.
Die wuchtigste Forelle, die jemals gefangen wurde, wog über vier Kilogramm. Das war im Jahr 1975. Der Fischertag findet dieses Jahr am 25. Juli statt. Bereits am Abend zuvor wird traditionell beim „Fischertagsvorabend“ gefeiert. Und zwar in der ganzen Altstadt.
Gäubodenvolksfest in Straubing
„A Trumm vom Paradies“ – also ein Stück vom Paradies – nannte der Heimatdichter Max Peinkofer einst das Gäubodenvolksfest. Rund 1,3 Millionen Besucher, die das zweitgrößte Volksfest Bayerns anzieht, dürften ihm zustimmen. Das Event bietet 130 Attraktionen sowie ein Rahmenprogramm mit rund 60 kulturellen und sportlichen Veranstaltungen. Im historischen Bereich befinden sich unter anderem ein Pferdekarussell aus dem 19. Jahrhundert, eine dampfbetriebene Kindereisenbahn sowie eine Berg-und-Tal-Bahn aus den 1930er Jahren.
Der traditionelle Auszug zum Festplatz am ersten Freitag im August läutet jedes Jahr die „5. Jahreszeit“ für alle Straubinger ein. Heuer stehen den Besucherinnen und Besuchern vom 7. bis zum 17. August rund 27.500 Sitzplätze in sieben Festzelten zur Verfügung. Übrigens bezeichnet das Wort „Gäuboden“ das ebene, flache Land („Gäu“) südlich der Donau.
Tänzelfest in Kaufbeuren
Das älteste Kinderfest Bayerns findet vom 9. bis 20. Juli statt. Sein Ursprung reicht bis ins Jahr 1497 zurück: Damals kam Kaiser Maximilian I. mit seinem gesamten Hofstaat nach Kaufbeuren und stiftete das Fest. Dieser historische Einzug wird bis heute von Kindern nachgestellt. Ebenso wie die Rolle des Kaisers, die jedes Jahr neu vergeben wird. Das Lagerleben findet am 10. und 11. Juli statt. Ab dem 11. Juli öffnen zudem das Festzelt und der Rummel.
Leonhardiritt in Bad Tölz
Der Leonhardiritt in Bad Tölz ist kein typisches Volksfest: Jedes Jahr ziehen Anfang November geschmückte Pferde und Gespanne zu Ehren des heiligen Leonhard, des Schutzpatrons des Viehs, durch die Stadt. In diesem Jahr findet der Umzug am 6. November statt, Beginn ist um 9 Uhr.
In den frühen Morgenstunden versammeln sich am westlichen Isarufer gegenüber der Altstadt bis zu 80 Reiter. Traditionell reiten die Männer, während die Frauen im Wagen Platz nehmen. Mit dem Läuten der Kirchenglocken setzt sich die Prozession in Bewegung. Sie führt durch schmale Gassen hinauf zur Leonhardikapelle und umrundet diese zweimal. Dort findet ein Gottesdienst unter freiem Himmel statt, bevor der Zug wieder hinunter trabt. Den Abschluss bildet das Peitschenknallen, das beim Vertreiben böser Geister helfen soll.
Münchner Oktoberfest
Das Volksfest schlechthin, das natürlich auch in dieser Übersicht nicht fehlen darf: Das Münchner Oktoberfest findet 2026 zum 191. Mal statt und läuft vom 19. September bis 4. Oktober. Auf dem weltweit größten Volksfest werden in rund 40 Festzelten Biere von sechs Münchner Brauereien angeboten. Ergänzend gibt es über 100 Fahrgeschäfte und Verkaufsstände. Der Veranstalter empfiehlt, sich am Barometer auf der Homepage zu orientieren, das die zu erwartende Besucherzahl anzeigt.
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