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Dreirad mit vier Rädern: Dreirädriges Auto für 16-Jährige: Allgäuer baut "Ellenator"

Dreirad mit vier Rädern

Dreirädriges Auto für 16-Jährige: Allgäuer baut "Ellenator"

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    An einem Fiat 500 zieht Wenzel Ellenrieder die Reifen zusammen. Wenn sie nicht weiter als 46,5 Zentimeter auseinander stehen, wertet sie der Gesetzgeber als einen Reifen.
    An einem Fiat 500 zieht Wenzel Ellenrieder die Reifen zusammen. Wenn sie nicht weiter als 46,5 Zentimeter auseinander stehen, wertet sie der Gesetzgeber als einen Reifen. Foto: Tobias Schuhwerk

    Man muss das Rad nicht neu erfinden. Aber man kann vier Räder ungewöhnlich anordnen – und schon entsteht etwas Einzigartiges. Tüftler Wenzel Ellenrieder (58) aus Dösingen (Kreis Ostallgäu) ist mit seinem patentierten „Ellenator“ auf Erfolgskurs. Dabei handelt es sich um einen Fiat 500, den er so raffiniert umbaut, dass der Kleinwagen trotz seiner vier Räder als dreirädriges Kraftfahrzeug eingestuft wird. Da zudem der Motor gedrosselt wird und er höchstens 90 km/h fährt, dürfen schon 16-Jährige am Steuer sitzen.

    Über 1.000 "Ellenators" bereits verkauft

    Voraussetzung: Die Teenager müssen einen A1-Führerschein besitzen, also den „125er“, wie er im Volksmund genannt wird. Damit darf man nicht nur Motorräder mit einem Hubraum von 125 Kubikzentimetern fahren, sondern auch motorisierte Dreiräder, die höchstens 20 PS haben. Genau das garantiert Ellenrieder. Über 1.000 Stück seines „Ellenators“ hat der Allgäuer Mächler bereits verkauft.

    „Ich wollte ein Fahrzeug schaffen, das über die Ausstattung eines normalen Wagens verfügt. Aber eben schon von 16-Jährigen gefahren werden kann“, erzählt Ellenrieder. Hintergrund für seine Erfindung vor sieben Jahren waren Sorgen, die er sich als Vater von zwei Buben machte. Sein ältester Sohn Markus besaß als 16-Jähriger einen A1-Führerschein. Doch sein Vater wollte verhindern, dass er mit einem motorisierten Zweirad durch die Gegend braust.

    Hinterreifen sind beim "Ellenator" zusammen gezogen

    Wenzel Ellenrieds Bruder war im Alter von 17 Jahren tödlich verunglückt. „Meine Buben sollen selbstständig unterwegs sein können, aber gleichzeitig auch sicher“, fasst er seine damaligen Gedanken zusammen. Beim Feierabendbier zwischen Werkbank und Ersatzteilen kam dem Chef eines Autohauses beim Anblick eines Kleinwagens die zündende Idee: „Den könnte man doch zu einem stabilen und sicheren Dreirad umbauen.“ Gedacht, getan: 1.300 Tüftler-Stunden später stand das Grundprinzip für den „Ellenator“: Ellenrieder entfernt am Fiat 500 die hintere Achse und bringt die Hinterreifen in der Mitte unter dem Kofferraum zusammen. Solange die Räder nicht weiter als 46,5 Zentimeter auseinander sind, wertet der Gesetzgeber die beiden Reifen als einen Reifen. Bedeutet kurioserweise: Ellenrieder schuf ein Dreirad mit vier Rädern.

    Erstzulassung des "Ellenators" 2014

    Der Motor des maximal 1.000 Kilo schweren „Ellenators“ wird zudem gedrosselt. „Er fährt nicht schneller als 90 km/h, hat aber zum Beispiel sieben Airbags, die beim Fiat 500 serienmäßig eingebaut sind“, erläutert Ellenrieder. Die TÜV-Erstzulassung für sein Patent erhielt er am 22. Dezember 2014. „Das war mein schönstes Weihnachtsgeschenk“, erinnert er sich schmunzelnd. Mittlerweile hat er drei Mitarbeiter eingestellt, die sich ausschließlich um die Produktion des „Ellenators“ kümmern. „Die Auftragsbücher sind voll. Jedes Jahr steigern wir uns. Das hätte ich in dieser Form nie erwartet“, sagt der Erfinder. Die Bestellungen erreichen ihn bundesweit. Sie stammen zu 95 Prozent von Eltern, die mit ihren Kindern auf dem Land wohnen – und sich freuen, dass diese im Teeanger-Alter allein zu Schule, Sportverein oder Bandprobe fahren können. „Wenn die Kinder volljährig sind, verkaufen die meisten das Auto an andere Eltern, deren Kids gerade 16 geworden sind“, sagt Ellenrieder.

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