Startseite
Icon Pfeil nach unten
Bayern
Icon Pfeil nach unten

Erste KI-Metzgerei in Bayern: Das steckt dahinter und so funktioniert sie

Künstliche Intelligenz

Currywurst mitten in der Nacht dank KI: Diese bayerische Metzgerei schläft nie

  • |
  • |
  • |
  • |
    In Bayern hat die erste KI-Metzgerei eröffnet. Der KI-Berater kann Kundinnen und Kunden sogar mit ihren Vornamen begrüßen.
    In Bayern hat die erste KI-Metzgerei eröffnet. Der KI-Berater kann Kundinnen und Kunden sogar mit ihren Vornamen begrüßen. Foto: Freyberger

    „Servus Dirk, schön, dass du beim Freyberger bist.“ Diese Worte begrüßen Dirk Freyberger beim Eintreten in seinen kleinen Metzgereiladen in Nürnberg. Auf den ersten Blick nichts Ungewöhnliches – wäre die Stimme nicht computergeneriert, gesteuert von einer Künstlichen Intelligenz (KI). Und genau das ist die Besonderheit von Freybergers neuester Geschäftsinnovation: „Ein personalloser 24/7-Metzgerei-Laden, bei dem man vorher online den Bestand einsehen kann und es eine Beratung gibt“, erklärt er. Eine Beratung durch eine KI.

    Das steckt hinter der ersten KI-Metzgerei in Bayern

    Die Idee dafür hatte der 42-Jährige schon länger. „Es ist mir wichtig, vorn dran zu sein“, sagt der Metzgermeister. Die Traditionsmetzgerei gibt es bereits seit 1958, die seit Ende Februar geöffnete KI-Metzgerei ist ihre dritte Verkaufsstelle. Das Konzept erinnert an Hof- oder Selbstbedienungsläden, doch die Online-Einsicht und die KI-Beratung sind wesentliche Unterschiede.

    KI trifft Traditionshandwerk: Bereits seit 1958 gibt es die Metzgerei, die seit Ende Februar geöffnete KI-Metzgerei ist die dritte Verkaufsstelle.
    KI trifft Traditionshandwerk: Bereits seit 1958 gibt es die Metzgerei, die seit Ende Februar geöffnete KI-Metzgerei ist die dritte Verkaufsstelle. Foto: Freyberger

    Der Zugang in das Geschäft erfolgt über EC-Karte oder über eine Registrierung im Onlineportal. Nach der Begrüßung beginnt das Einkaufen. Statt Verkäuferinnen und Verkäufern steht eine KI bereit, die per Sprachsteuerung Fragen beantwortet, Tipps gibt und Empfehlungen ausspricht. Bisher seien die Kenntnisse laut Freyberger noch ausbaufähig: „Die KI ist vergleichbar mit einem Azubi im ersten Lehrjahr.“ Lernbereit seien aber beide – und hochmotiviert. In etwa einem halben Jahr, so hofft Freyberger, soll sie für eine deutlich umfassendere Beratung geschult sein, inklusive Rezepten und Zubereitungstipps.

    So funktioniert der Einkauf in der KI-Metzgerei

    Am Ende des Einkaufs erkennt ein Scanner an der Kasse die gewählten Produkte, die Kunden zahlen mit Karte. „Und das war es schon“, sagt der 42-Jährige und lacht. „Kein Hexenwerk.“ Auch der Kassenbeleg kommt digital aufs Handy oder ins Kundenkonto. Für Freyberger gehört das zusammen: „Hightech und Innovation bedeuten auch Umweltbewusstsein.“

    Dirk Freyberger hatte die Idee von einer KI-Metzgerei schon länger.
    Dirk Freyberger hatte die Idee von einer KI-Metzgerei schon länger. Foto: Freyberger

    Sein Konzept wird angenommen. „Es kommen etwa 100 Besucher am Tag“, sagt Freyberger. Das Wort „Besucher“ wählt er dabei bewusst: Ein Großteil schaut sich im Laden nämlich erstmal nur um, „oder wie in einem Affenhaus von außen rein“. Es gebe bereits erste Stammkunden. „Einer kommt jede Samstagnacht um halb drei in den Laden“, erzählt der Metzgermeister. Sein Einkauf ist fast immer gleich – Currywürste dürfen dabei nie fehlen. Insgesamt beinhaltet der Laden neben Klassikern auch Gerichte zum Aufbacken und Erwärmen sowie Snacks.

    Metzgermeister Freyberger: „Es ist ein Zusatz und kein Ersatz“

    Für Freyberger ist das Konzept vor allem eine Möglichkeit, seine Leidenschaft für hochwertige Produkte noch mehr Menschen zugänglich zu machen. Kundinnen und Kunden könnten so rund um die Uhr einkaufen, unkompliziert und ohne Hemmschwellen, sagt er. Ganz ohne Personal läuft der Laden dennoch nicht. Mindestens einmal täglich schauen Mitarbeiter vorbei, prüfen die Ware und füllen die Regale auf. Insgesamt arbeiten rund 40 Vollzeitkräfte im gesamten Metzgerbetrieb.

    Die Technik soll sie nicht ersetzen. „Es ist ein Zusatz und kein Ersatz“, betont er. Für die Zukunft kann er sich vielmehr ein hybrides Modell vorstellen, das persönliche Beratung und digitale Unterstützung verbindet. Denkbar sei etwa, dass vormittags Mitarbeiter im Laden sind und nachmittags eine KI bei der Beratung hilft. Noch ist das allerdings Zukunftsmusik.

    Genauso wie eine bestimmte Tradition an der Fleischtheke: das Gelbwursträdchen für Kinder am Ende des Einkaufs. „Das kommt vielleicht noch“, sagt Freyberger und lacht. Und dann gibt es vielleicht auch eine persönliche Verabschiedung der KI.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren