Am Münchner Flughafen bereitet man sich bereits für den Winter vor. Um den Betrieb an dem größten Airport in Bayern jederzeit aufrechtzuerhalten, steht von Anfang November bis Mitte April der Winterdienst bereits, wie der Flughafen München jetzt mitteilt. Dabei kommen nicht nur unzählige Fahrzeuge und Personen zum Einsatz – teilweise wird auch auf ungewöhnliche Hilfsmittel zurückgegriffen.
Die Kolonne des Winterdiensts umfasst nach Airport-Angaben demnach insgesamt 184 Fahrzeuge – 152 von ihnen sind zum Räumen und Enteisen der Flugbetriebsflächen vorgesehen, die anderen 32 für Straßen, Wege und Parkflächen des öffentlichen Bereichs am und um den Flughafen. Was viele nicht wissen dürften: 71 der Fahrzeuge sind laut Flughafen Traktoren aus der Flughafenregion.
Flughafen München: 600 Personen im Winterdienst im Einsatz
Und auch beim Personal verlässt man sich am Airport der bayerischen Landeshauptstadt auf viele helfende Hände: So seien im Winterdienst über 600 Frauen und Männer im Einsatz – 520 von ihnen kommen aus der Landwirtschaft oder von Fuhrunternehmen aus der Flughafen-Region. Pro Schicht, so heißt es weiter, sind rund 200 Einsatzkräfte innerhalb des Flughafenzauns unterwegs, um alles möglichst schnee- und eisfrei zu halten.
Doch wer sagt dem Winterdienst, wann er zum Einsatz kommt? Laut Flughafen München wird dieser durch die Verkehrsleitung des Airports alarmiert. Diese hat den Zustand der Betriebsflächen im Auge, informiert sich beim Deutschen Wetterdienst (DWD) und greift zudem auf ein Glatteis-Frühwarnsystem zurück. Dieses basiert auf den permanent aktualisierten Daten, die von insgesamt 18 über den gesamten Flughafen verteilten Messstellen zusammenlaufen. Spezialfahrzeuge prüfen zudem die Bremswerte auf den Start- und Landebahnen.
Pistenraupe und Traktoren: So wird der Flughafen schneefrei gehalten
Wie kann man sich so einen Einsatz vorstellen, wenn der Flughafen von Schnee befreit werden muss (und damit übrigens eine insgesamte Fläche von rund 780 Fußballfeldern)? Der Winterdienst rückt dann mit zahlreichen Spezialfahrzeugen aus – darunter etwa 22 Kehrblasgeräten, fünf Verladefräsen sowie einer Pistenraupe, die man sonst eher in einem Skigebiet verorten würde. Die Traktoren der unterstützenden Landwirte sind zusätzlich mit Schneepflügen ausgestattet. So dauert etwa die Räumung einer Start- und Landebahn, die 4000 Meter lang und 60 Meter breit ist, gerade einmal eine halbe Stunde.
Die so geräumten Schneemassen können dann auf insgesamt sechs Schneedeponien verfrachtet werden, auf denen pro Winter bis zu 2,2 Millionen Kubikmeter Schnee zusammen kommen.
Gurkenwasser soll Straßen und Wege freihalten
Doch die Flächen werden nicht nur mechanisch geräumt. Teilweise kommen auch Enteisungsmittel zum Einsatz. Da man dabei auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit achten will, wird dabei auch auf ein ungewöhnliches Hilfsmittel zurückgegriffen: Gurkenwasser. Gemeint ist laut Flughafen das „Salzwasser, das übrigbleibt, wenn Gurken durch Fermentation haltbar gemacht werden“. Dieses wird also als Abfallprodukt wiederverwendet und es muss kein zusätzliches Salz vom Airport eingekauft werden. Das Gurkenwasser landet dann auf Straßen und Wegen im öffentlichen Bereich des Flughafens.
An den Flugzeugen selbst kommen derweil die sogenannten „Eisbären“ zum Einsatz. Das sind Spezialfahrzeuge, die vor dem Start Enteisungsmittel auf die Flieger sprühen. „Das verbrauchte Enteisungsmittel wird aufgefangen und zu einem Großteil recycelt“, betont der Flughafen.
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