Schunkeln im Bierzelt, Adrenalinschub auf der Achterbahn oder vielleicht lieber Schokofrüchte für den Heißhunger auf Süßes? All diese Dinge lieben Besucherinnen und Besucher auf Volksfesten. Allein in Bayern gibt es mehrere hundert Frühlingsfeste in verschiedenen Größenordnungen. Eines von ihnen soll künftig aber nicht mehr stattfinden. Der Grund: zu hohe Kosten und zu wenige Besucher.
Hohe Kosten zwingen Schausteller beim Frühlingsfest zum Aufgeben
Seit 2022 fand das Erdinger Frühlingsfest statt und läutete die Volksfestzeit im Landkreis ein. Fahrgeschäfte, Essensstände und ein großes Festzelt mit Livemusik lockten die Besucherinnen und Besucher auf den Festplatz. Neben dem Herbstfest und dem Altstadtfest ist es einer der zentralen Termine im Erdinger Veranstaltungskalender. Heute fand es vom 14. bis 25. Mai statt. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Wie der Veranstalter Tobias Martl dem Münchner Merkur sagte, wird er das Fest künftig nicht mehr organisieren.
Die Entscheidung habe er schweren Herzens getroffen, aber es sei „wirtschaftlich einfach nicht möglich“, das Volksfest in dieser Form weiterzuführen. Veranstalter und Schausteller investieren schon vor der Eröffnung bis zu 80.000 Euro, um den Rummel auf die Beine zu stellen. Rund 20.000 Euro zahlen die Schausteller allein dafür, dass ihre Fahrgeschäfte angeliefert und aufgebaut werden. Dazu kommen Kosten für TÜV, Personal, Strom und Versicherungen. Um neue DIN-Normen einzuhalten und sein Fahrgeschäft weiter anbieten zu können, habe der Betreiber des Skaters in diesem Jahr 500.000 Euro zahlen müssen.
Geringe Besucherzahlen belasten Erdinger Frühlingsfest
Oftmals gleicht sich das durch die zahlende Kundschaft wieder aus – nicht aber in diesem Jahr. „Die haben allesamt draufgezahlt“, sagt Martl über die Schausteller. Das erste Wochenende sei noch gut gewesen, danach hätten die Besucherzahlen nachgelassen. Auch der Brauchtumstag am Pfingstmontag sei eine „Katastrophe“ gewesen. Im Vorjahr seien viele Gäste gekommen, um die Trachten und Tänze vom Erdinger Trachtenverein zu bestaunen. In diesem Jahr aber haben die „60 Trachtler im Grunde für sich selbst getanzt“.
Während auf Facebook Gäste über den Bierpreis diskutieren, weist Martl die Kritik zurück: „Am Herbstfest zahlen die Leute deutlich mehr.“ 11,80 Euro kostete die Maß Bier auf dem Erdinger Frühlingsfest in diesem Jahr. Für eine Halbe zahlten die Gäste 6,10 Euro. Bei Essen, Preisen und Fahrgeschäften habe der Veranstalter nach eigener Aussage auf Qualität gesetzt: „Wir haben da etwas Schönes hingestellt, wo sich Familien hätten wohlfühlen können.“ Heuer gab es fünf große Fahrgeschäfte, zwei Kinderfahrgeschäfte und weitere Angebote. Doch all das nützte nichts. Über die Gründe, warum in diesem Jahr die Gäste ausblieben, können Veranstalter und Schausteller nur mutmaßen.
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