Energie braucht es, und davon immer mehr. Doch anstatt ein Bohrfeld in Bayern zu eröffnen, bei dem ein Standort nach dem anderen leergepumpt wird, sollte sich das Wirtschaftsministerium darum bemühen, neue Technologien in der Energiegewinnung voranzutreiben. Wenn es zum Beispiel mittlerweile möglich ist, Wärme aus dem Lech zu generieren, dann sollte daneben kein 40 Meter hoher Gasbohrturm aufgestellt werden. Schließlich ist das Ziel, in Bayern 2040 klimaneutral zu sein.
Erkundungsbohrungen nach Gas könnten bei Erfolg weitere Regionen treffen
Einmal abgesehen von der Lebenszeit einer solchen Bohrstelle und der Nähe, die zumindest der Bohrplatz in Reichling zur Grundwasserquelle der Gemeinde hat, wirft die Bohrung bei Erfolg keinen Profit für die Gemeinde, den Landkreis oder das Land ab. Gewinne des Projekts gehen an die Anteilseigner der Firma Genexco und an die Investoren. Für die Anwohnerinnen und Anwohner bleiben Lärm, Verschmutzung und potenzielle Gesundheitsrisiken übrig.
Eine Probebohrung könnte zudem nicht nur zu weiteren Bohrungen im Landkreis Landsberg führen. Sind die ersten zehn erfolgreich, dann wird sich umgeschaut, wo der Boden ähnlich porös und gasdurchlässig ist. Ein Grund mehr, die 1700-Bewohner-starke Gemeinde zu unterstützen, sich zu informieren und laut zu werden. Keine Lösung ist es, sich darauf zu verlassen, dass andere auftauchen oder Klima-Aktivisten oder Politikerinnen und Politiker sich darum kümmern.
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