Weit über 100 Millionen Euro hat die Bayerische Versorgungskammer in den USA verloren. Dieser ohnehin schon herbe Verlust erscheint noch größer, wenn man bedenkt, dass das verzockte Geld aus der Altersvorsorge von Millionen Versicherten stammt. Und dann steht noch im Raum: Werden die Verluste womöglich noch viel höher? Es ist dringend nötig, die Affäre lückenlos aufzuklären und Konsequenzen zu ziehen, damit die Renten wirklich sicher bleiben. Stattdessen wird die Öffentlichkeit hingehalten – auch weil die Staatsregierung davor zurückschreckt, sich die Hände schmutzig zu machen.
US-Investments der Bayerischen Versorgungskammer: Wie konnte es zum Verlust kommen?
Dabei steht die Kammer unter der Aufsicht des Innenministeriums. Gegen die Behörde häufen sich die Vorwürfe: Ganz offenbar hat sie teils stümperhaft investiert, sich bei Immobiliendeals über den Tisch ziehen und von schillernden Figuren am Immobilienmarkt blenden lassen – auch schon vom nun wegen Korruption angeklagten Großinvestor René Benko bei Geschäften in Europa. Augenscheinlich haben sämtliche Kontrollmechanismen versagt.
Die Kammer versucht wohl, das zu verschleiern. Nur auf Nachfrage gibt sie Dinge preis und sucht Schlupflöcher, um Details für sich zu behalten. Deshalb ist es Zeit, dass die Regierung Druck macht, auch ein Machtwort von Markus Söder wäre langsam fällig. Nur, indem man den Fall anpackt, nachbohrt und nach Verantwortlichen sucht, lassen sich die Probleme lückenlos aufklären. Damit nicht weitere Millionen Rentengelder versenkt werden.
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