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Kommunalwahl 2026: Dingolfings Bürgermeister legt wegen Drohungen Amt nieder

Kommunalwahl 2026

„Schwarzer Tag für Dingolfing“: Bürgermeister tritt nach Drohungen und Brand überraschend zurück

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    Armin Grassinger zieht nun drastische Konsequenzen.
    Armin Grassinger zieht nun drastische Konsequenzen. Foto: Claudia Rohrmoser, Stadt Dingolfing/dpa

    Eigentlich wollte Armin Grassinger bei der Kommunalwahl im März erneut für die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) als Bürgermeister für Dingolfing kandidieren. Doch jetzt legt er plötzlich und mit sofortiger Wirkung sein Amt nieder. Er spricht von massiven Anfeindungen und Sorge um seine Familie. Auch ein weiterer fränkischer Bürgermeister berichtet von einem Angriff. Was ist passiert?

    Der 48-Jährige stand seit Mai 2020 an der Spitze der bayerischen Industriestadt. Noch im Juli verkündete die UWG stolz: Grassinger tritt wieder an. „Der starke Rückhalt meiner Familie, die bedingungslose Unterstützung der UWG Fraktion und der große Zuspruch aus der Bevölkerung haben mich dazu bewogen, bei der Kommunalwahl 2026 erneut für das Amt des Bürgermeisters von Dingolfing zu kandidieren“, schrieb Grassinger damals in einer Mitteilung.

    War Dingolfings Bürgermeister Grassinger das Ziel eines Brandanschlags?

    Nun soll es aber anders kommen. Nach „sorgfältiger Abwägung und in Abstimmung mit den zuständigen Stellen“ trete er zurück. In einer Mitteilung schreibt Grassinger: „Nach intensiven Gesprächen mit meinem engsten Umfeld habe ich mich zu diesem Schritt entschlossen. In den vergangenen Monaten kam es wiederholt zu Anfeindungen und Bedrohungen gegen mich und meine Familie. Zudem wurde in unmittelbarer Nähe meines Wohnhauses ein Brand gelegt, dessen Hintergründe gerade ermittelt werden.“ Mit dem Rücktritt vom Bürgermeisteramt wolle er seine Familie schützen.

    Unbekannte stecken Scheune in Brand – wohl auch Dienstwagen von Grassinger betroffen

    Bei dem Brand soll es sich laut dem Polizeipräsidium Niederbayern um einen Vorfall handeln, der sich am 17. Oktober ereignete. In der Nacht geriet gegen 1.48 Uhr in Mietzing eine größere landwirtschaftliche Scheune und dadurch eine angrenzende Lagerhalle mit Carport in Brand. Die Feuerwehr konnte verhindern, dass sich der Brand auf weitere Gebäude ausweitet. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks (BR) soll dabei auch der Dienstwagen des Bürgermeisters, ein BMW 7er, in Brand geraten sein.

    Wie geht es in Dingolfing nach dem Rücktritt des Bürgermeisters weiter?
    Wie geht es in Dingolfing nach dem Rücktritt des Bürgermeisters weiter? Foto: IMAGO (Symbolbild)

    Auf Anfrage teilt das Polizeipräsidium Niederbayern mit, dass es gegenwärtig keine Hinweise auf eine technische Brandursache gibt. Die Beamten ermitteln derzeit wegen Brandstiftung. Es bestünden allerdings keine Hinweise auf eine politische Motivation. Die Kriminalpolizeiinspektion gründete eine Ermittlungsgruppe, um den Fall aufzuarbeiten. Auch das Kommissariat Staatsschutz der Landshuter Polizei ist beteiligt. Auf Anfrage des BR schließt die Staatsanwaltschaft einen möglichen Anschlag auf Grassinger selbst nicht aus.

    Bürgermeister von Dingolfing wurde schon länger bedroht

    Es ist allerdings nicht der erste und einzige Vorfall. Wie die Polizei mitteilt, hat Armin Grassinger zweimal Anzeige erstattet. Einmal aufgrund eines anonymen Schreibens im vergangenen Jahr und zuletzt Ende Oktober wegen Bedrohung.

    Nach seinem Rücktritt übernimmt nun die Zweite Bürgermeisterin Maria Huber (UWG) die Amtsgeschäfte. Dingolfings Dritter Bürgermeister, Valentin Walk (CSU), zeigt sich in einer Stellungnahme bestürzt. „Die Nachricht trifft mich persönlich hart.“ Er habe seit fünfeinhalb Jahren mit Grassinger zusammengearbeitet. „Seine Entscheidung, das Amt mit sofortiger Wirkung niederzulegen, kann man menschlich nachvollziehen und verdient Respekt, zugleich bedauere ich die Entscheidung wirklich sehr“, schreibt er. Es sei „ein schwarzer Tag für Dingolfing und für die Demokratie im Ganzen“. Weiter hoffe Walk, „dass der oder die Verantwortlichen gefunden und zur Rechenschaft gezogen werden“.

    Weiterer Fall von Brandstiftung bei Pegnitzer Bürgermeister

    Nachdem der Fall von Grassinger bekannt wurde, machte ein weiterer Kommunalpolitiker einen Angriff publik. Das Auto des Pegnitzer Bürgermeisters Wolfgang Nierhoff wurde ebenfalls mutmaßlich in Brand gesetzt.

    In der Nacht auf Samstag meldete eine Anwohnerin in Pegnitz der Polizei einen Knall und Rauch an einem geparkten Auto, bei dem es sich um das von Nierhoff handelte. Ein Reifen qualmte, Lack und ein Fenster waren beschädigt. Die Polizei geht davon aus, dass es absichtlich angezündet wurde. Die Kripo ermittelt. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte der Oberfranke: „Man darf sich nicht einschüchtern lassen. Hier wurde eine Grenze überschritten.“

    Zahl der Übergriffe auf Amtsträger gestiegen

    Auch Politikerinnen und Politikern im Großraum Augsburg erleben Hass und Anfeindungen. So beschloss CSU-Politiker Klaus Metzger bereits vor drei Jahren, nicht mehr für die bevorstehenden Kommunalwahlen anzutreten. Dem Landrat aus dem Kreis Aichach-Friedberg zufolge richteten sich die Drohungen nicht nur gegen ihn selbst, sondern auch gegen seine Familie, seine Frau und sein Enkelkind. „Das hat mich mehr beschäftigt, das war auch psychisch höchst belastend“, sagt Metzger. Es fielen Drohungen wie „Wir kriegen euch alle“. Als Konsequenz zog er sich aus den sozialen Medien zurück. Vor einigen Jahren drohte ihm sogar ein Reichsbürger per Post mit einer Hinrichtung.

    Immer wieder gibt es Übergriffe auf Amts- und Mandatsträger. Die Zahlen sind im vergangenen Jahr um fast 20 Prozent gegenüber 2023 gestiegen. Das berichtete das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) unter Berufung auf das Bundesinnenministerium. In den meisten Fällen handelt es sich um Beleidigungen, Nötigungen, Propagandadelikte oder Sachbeschädigungen. Ein Großteil der Straftaten fand dem BKA zufolge in Bayern und Baden-Württemberg statt.

    Am 8. März 2026 finden in Bayern Kommunalwahlen statt. Bürgerinnen und Bürger aller bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte sind dann aufgerufen, ihre neuen Vertreterinnen und Vertreter zu wählen. Alle Neuigkeiten rund um die Kommunalwahlen finden Sie hier.

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