Am späten Dienstagabend, als die Sonne längst untergegangen ist und ein kalter Wind durch die Halle zieht, ist die Menschentraube um den kleinen Caritas-Stand am Münchner Hauptbahnhof größer als sonst. Zumindest bekommt man diesen Eindruck, denn tagsüber ist ja generell mehr los und alles voller hektischer Pendlerinnen und Pendler. Aber traurig dreinblickende Frauen und Kinder, die mit geschlossenen Augen auf dem kalten Fußboden liegen, fallen in der sich leerenden Halle einfach auf. Was da noch nicht klar war: Die Geflüchteten waren bis zum nächsten Morgen weitgehend auf sich alleine gestellt. Einzig eine kleine gelb-blaue Fahne zeigte ihnen, wo sie hinmüssen. Nur einige ehrenamtliche Flüchtlingshelfer versuchten, das Nötigste zu besorgen: Essen, Getränke, Decken, Kissen – und Ein-Euro-Münzen für die öffentliche Toilette.
Krieg in der Ukraine