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Lufthansa prüft Flugzeug-Ausflottung wegen Irankrieg und hoher Kerosinpreise

Flughafen München

Lufthansa könnte wegen Iran-Krieg bis zu 40 Flugzeuge ausflotten

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    Flugzeuge der Lufthansa stehen am Flughafen München auf dem Rollfeld.
    Flugzeuge der Lufthansa stehen am Flughafen München auf dem Rollfeld. Foto: Sven Hoppe, dpa (Symbolbild)

    Der Krieg der USA und Israels gegen Iran macht sich in den kommenden Monaten wohl auch bei Flugreisen nach und von München bemerkbar. Die Lufthansa erwägt nun sogar, einige Strecken zu streichen und treibstoffintensivere Flugzeuge auszusortieren. Bis zu 40 Flugzeuge könnten dann vorzeitig ausgeflottet werden.

    Lufthansa prüft Streckenkürzungen und Ausflottung alter Flugzeuge

    Erst kürzlich wurde durch einen Bericht im Handelsblatt bekannt, dass Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr einzelne Szenarien prüfen lässt, wie das Flugunternehmen mit den gestiegenen Treibstoffkosten umgehen kann. Durch den Iran-Krieg drohen der Lufthansa allein beim Treibstoff Mehrkosten von rund 1,5 Milliarden Euro. Denkbar ist etwa, dass unprofitable Strecken gestrichen oder ältere und oft treibstoffintensivere Flugzeugtypen früher als geplant ausgemustert werden. Das bestätigt ein Pressesprecher der Lufthansa Group auf Anfrage.

    Welche das sind, lässt der Konzern bislang offen. Einige Anhaltspunkte, welche Strecken und Flieger es betreffen könnte, gibt es allerdings. Schon im vergangenen Jahr verkündete die Lufthansa, dass im Sommer 2026 verschiedene innerdeutsche Verbindungen nicht mehr bedient werden. Darunter beispielsweise Flüge von München nach Münster/Osnabrück oder nach Dresden. Inlandsflüge verbrauchen auf den kurzen Strecken viel Kerosin für den Start und die Landung. Insgesamt sollen 100 innerdeutsche Flüge pro Woche wegfallen, da sie wenig profitabel sind.

    Wegen Iran-Krieg: Lufthansa prüft zwei Szenarien zur Flottenreduzierung

    Nach und nach tauscht der Konzern außerdem einige Flugzeugtypen durch neue, effizientere Flieger aus. Aktuell hat die Lufthansa mehr als 300 Flugzeuge in ihrer Flotte mit einem durchschnittlichen Kerosinverbrauch von 3,76 Litern je 100 Passagierkilometer. Schon vor dem harschen Preisanstieg sollte der Verbrauch auf drei Liter reduziert werden. Bekannt ist das unter anderem bei den Airbus-Typen A330-300, A340-300 und A340-600. Sie sind im Schnitt mindestens 15 Jahre alt. Auch die im Schnitt 25 Jahre alten Maschinen der Boeing 747-400, die meist in Frankfurt stehen, sollen ausgeflottet werden. Die Flugzeuge haben einen recht hohen Kerosinverbrauch pro Passagier und liegen teils weit über den erwünschten drei Litern pro 100 Passagierkilometern – vor allem die vierstrahligen A340-Modelle. Stattdessen könnten die moderneren A350- und Boeing-787-Flieger eingesetzt werden.

    Wie ein Pressesprecher der Lufthansa bestätigt, würde in einem Szenario die konzernweite Kapazität um 2,5 Prozent reduziert, was der Stilllegung von rund 20 Flugzeugen entspräche. Ein weiteres Szenario sähe eine Kapazitätsreduktion von fünf Prozent und die Stilllegung von 40 Flugzeugen vor. Betroffen wären vorrangig ältere, treibstoffintensive Flugzeugtypen, die ohnehin kurz vor der Ausmusterung stünden, betont der Konzernsprecher. Die Ausarbeitung dieser Szenarien sei eine Vorsorgemaßnahme.

    In München sind 140 Lufthansa-Flugzeuge stationiert, allerdings sind die einzelnen Flieger nicht dauerhaft an einen Standort gebunden. Nur die A350-Reihe gilt als Haupttyp für Langstreckenflüge in München. Inwieweit sich etwaige Maßnahmen auf den Flugbetrieb am Münchner Flughafen auswirken könnten, bleibt also abzuwarten. Die Lufthansa-Gruppe beschloss aufgrund des Krieges bereits vor einigen Wochen, zahlreiche Ziele in Nahost monatelang nicht mehr anfliegen zu wollen. Zunächst werden sämtliche Airlines, die zur Gruppe gehören, „aufgrund der volatilen Situation“ und operationeller Gründe Flüge in die Krisenregion bis einschließlich 30. April komplett aussetzen, teilte eine Lufthansa-Sprecherin unserer Redaktion auf Nachfrage mit. Doch auch danach werden viele Destinationen vorerst nicht mehr angesteuert – einige von ihnen bis Herbst.

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