Er steht stoisch und ernst vor der meterhohen grauen Betonmauer und dem verschlossenen Eisentor. Dort, wo er Jahre seines Lebens verbrachte, die sich für ihn wie Gefangenschaft anfühlten. In einem mehrstündigen Gespräch erzählt er von seinen Erlebnissen. Nachprüfen lassen sich diese nur schwer, Behörden machen zu Einzelfällen keine Angaben. Doch seine Geschichte steht exemplarisch für die Fehler im System. Der Ort, an dem er sich seiner Freiheit beraubt fühlte, ist kein Gefängnis, sondern eine Klinik. Eine für Maßregelvollzug. Straftäter, die psychisch krank oder suchtkrank sind, werden hier von der Gesellschaft abgeschirmt, um geheilt zu werden. Und das auf teils unmenschliche Art, sagt die Nationale Stelle zur Verhütung von Folter. Das System des Maßregelvollzugs nimmt Kranke auf. Doch es krankt selbst.