München: Staatsschutz prüft Motiv nach Anschlag auf israelisches Restaurant
München
Unbekannte werfen Pyrotechnik in jüdisches Restaurant – Polizei spricht von antisemitischem Motiv
In der Nacht auf Freitag haben Unbekannte die Fenster eines Lokals zerstört. Die Betreiber sind jüdisch. Welche Rolle ihre Herkunft bei der Tat spielt, ermittelt der Staatsschutz.
Unbekannte haben in München die Fenster eines Restaurants zerstört.Foto: Annette Schmelzer, Vifogra
Unbekannte haben in der Nacht auf Freitag, 10. April, einen mutmaßlichen Anschlag auf ein jüdisches Restaurant in der Münchner Maxvorstadt verübt. Nach Angaben der Polizei wurde niemand verletzt. Die Betreiber wollen sich von dem Vorfall nicht einschüchtern lassen.
Polizei prüft Tatmotiv am israelischen Restaurant in München
Anwohner hörten gegen 0.45 Uhr in der Heßstraße mehrere laute Knallgeräusche, wie News5 berichtet. Eine hinzugerufene Streife stellte schließlich fest, dass die Scheiben eines dortigen Restaurants an drei Stellen massiv beschädigt worden waren. Eine Fahndung nach möglichen Täterinnen oder Tätern brachte keine Erkenntnisse.
Die Polizei vermutet Antisemitismus hinter dem Angriff.Foto: Felix Hörhager, dpa
Nach derzeitigem Ermittlungsstand der Polizei schlugen die Unbekannten die Fensterscheiben des Restaurants ein und warfen Pyrotechnik in den Innenraum. Auch Spezialisten der Brandfahndung waren darum vor Ort. Nach ersten Erkenntnissen kam es nicht zu einem Folgebrand, wie Vifogra berichtet. Es entstand ein Sachschaden von mehreren Tausend Euro.
Polizei und Kripo ermitteln nach Angriff auf Restaurant
Drohungen habe der Betreiber im Vorfeld nicht erhalten, sagte der Mitarbeiter und Schwager des Inhabers Grigori Dratva der Deutschen Presse-Agentur (dpa): „Wir haben uns eigentlich in München immer sehr sicher gefühlt.“ Bis 23 Uhr hatten sie am Donnerstagabend geöffnet und auch am Freitag wollen sie den Betrieb aufrechterhalten. „Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir machen auf“, sagte Dratva. Als sichtbar israelisches Lokal läge die Vermutung allerdings nahe, dass es sich um eine politisch motivierte Tat handele.
Es handelt sich um ein israelisches Restaurant jüdischer Betreiber. Inwieweit ihre Herkunft bei der Tat eine Rolle spielt, ermittelt nun der Staatsschutz. Die Polizei geht derzeit von einem antisemitischen Motiv aus. Kriminalpolizei und Staatsschutzkommissariat K4 ermitteln in alle Richtungen. Da das Restaurant zum Zeitpunkt der Tat geschlossen war, wurde glücklicherweise niemand verletzt.
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