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Olympia-Attentat: Stimme der Hinterbliebenen: Ankie Spitzer kämpft für Gerechtigkeit

Olympia-Attentat

Stimme der Hinterbliebenen: Ankie Spitzer kämpft für Gerechtigkeit

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    Immer wieder setzte sich Ankie Spitzer nach dem Anschlag auf elf israelische Olympiateilnehmer 1972 für deren Gedenken und Entschädigungszahlungen an die Familien ein.
    Immer wieder setzte sich Ankie Spitzer nach dem Anschlag auf elf israelische Olympiateilnehmer 1972 für deren Gedenken und Entschädigungszahlungen an die Familien ein. Foto: Karel Prinsloo, dpa (Archvibild)

    Keine Ruhe geben. Das Erlebte weitertragen, nicht nur, um selbst Gerechtigkeit zu erfahren, sondern der Geschichte wegen. Das schwor sich Ankie Spitzer nach dem Attentat bei den Olympischen Spielen 1972 in München, bei dem palästinensische Terroristen auch ihren Mann André ermordeten.

    Ankie Spitzer wollte nach dem Terroranschlag bei den Olympischen Spielen 1972 in München nicht schweigen

    Das Bild einer jungen Frau ging damals um die Welt. Ankie Spitzer im Haus 31 im olympischen Dorf. Der Ort, an dem ihr Mann und seine zehn israelischen Teamkollegen einen Tag zuvor ihre letzten Stunden erlebt hatten. Spitzer sagte: „Ich hatte nur einen Gedanken: Wenn André, dieser friedliebende Mensch, das alles durchmachen musste, werde ich nicht schweigen.“ Und das tat sie in den folgenden 50 Jahren auch nicht.

    Ankie Spitzer, die Witwe des von arabischen Terroristen ermordeten israelischen Fechttrainers Andre Spitzer, steht fassungslos in dem verwüsteten Raum des Münchner Olympischen Dorfes.
    Ankie Spitzer, die Witwe des von arabischen Terroristen ermordeten israelischen Fechttrainers Andre Spitzer, steht fassungslos in dem verwüsteten Raum des Münchner Olympischen Dorfes. Foto: picture alliance, dpa (Archivbild)

    „Sie haben uns angelogen, haben mich beschimpft“, sagte sie einmal. Die heute 76-Jährige erhebt schwere Vorwürfe gegen die deutschen Behörden: Die Polizei habe Fehler gemacht, die Politik nicht angemessen reagiert, als Deutschland 2002 drei Millionen Euro nicht als Entschädigung an die Opferfamilien zahlte, sondern als humanitäre Geste. Ankie Spitzer wurde zur Stimme der Hinterbliebenen.

    Jahrelang kämpfte Spitzer für Entschädigung und Gedenkminute für israelische Opfer und ihre Familien

    Auch jetzt, da kurz vor der Gedenkfeier zum 50. Jahrestag in Fürstenfeldbruck eine Einigung zwischen den Angehörigen und der Bundesregierung auf eine Entschädigung von etwa 28 Millionen Euro erst in letzter Minute und nach langem Hin und Her zustande kam. Spitzer blieb hartnäckig, sagte die Teilnahme an der Veranstaltung zunächst sogar ab. Ähnlich lange rang sie mit dem Internationalen Olympischen Komitee, bis wenigstens eine Schweigeminute 2021 bei den Spielen in Tokio möglich war. Damals sagte sie: „Wir haben endlich Gerechtigkeit für die Ehemänner, Väter und Söhne, die in München ermordet worden sind.“

    Ankie lernte André Spitzer 1968 in den Niederlanden kennen, als dieser sie im Fechten trainierte. Bald darauf heirateten sie, bekamen eine gemeinsame Tochter. Diese war erst wenige Monate alt, als ihr Vater starb. In ihrer Arbeit als Nahost-Korrespondentin für das niederländische Fernsehen versucht die Mutter von insgesamt vier Kindern, stets Persönliches außen vor zu lassen, interviewte selbst den damaligen Palästinenserführer Yassir Arafat. Trotz ihres beharrlichen Kampfes empfinde sie weder Hass noch Rache, sagte Spitzer im Gespräch mit einer israelischen Zeitung: „Ich habe ein wunderbares Leben gelebt. Ich bin nicht bitter, nicht von innen aufgefressen. Aber Gerechtigkeit muss sein.“

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