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Polarlichter über Bayern heute: Wie kommt es zu dem Naturschauspiel?

Wetterphänomen

Seltenes Spektakel: Polarlichter erstrahlen über Bayern

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    Seltenes Naturschauspiel: Polarlichter leuchten über Bayern.
    Seltenes Naturschauspiel: Polarlichter leuchten über Bayern. Foto: onw-images, dpa

    Wer an Polarlichter denkt, verbindet das wohl eher mit dem hohen Norden, viel Schnee und eisiger Kälte. Das seltene Naturphänomen zeigte sich nun am Mittwoch, 12. November, aber auch in Bayern. Rosa, rot und sogar grün leuchtete der Himmel in den frühen Morgenstunden. Wer es verpasst hat, bekommt möglicherweise in den nächsten zwei Nächten eine Chance.

    Um 4 Uhr morgens tanzten die Polarlichter über den bayerischen Nachthimmel. Auch in Friedberg waren sie deutlich zu sehen. Möglich ist das durch einen heftigen Sonnensturm, bei dem hochenergetisch geladene Teilchen von der Sonne bis zur Erdoberfläche vordringen. Fachleute nennen das Ground Level Event (GLE). Laut dem Surrey Space Centre seien die Werte dabei außergewöhnlich hoch gewesen. Ein GLE in dieser Größenordnung gebe es nur ein- oder zweimal pro Sonnenzyklus. Dieser dauert im Durchschnitt etwa elf Jahre.

    Polarlichter in Bayern: Helmholtz-Zentrum misst Höchstwerte

    Die Stärke eines magnetischen Sturms wird mit dem Kp-Index beschrieben. Dieser zeigt die Auswirkungen der Sonnenaktivität auf das Magnetfeld der Erde. Im Normalzustand ist dieser Wert bei null. Der Höchstwert liegt bei 9 Kp. In der Nacht zum Mittwoch hat das Helmholtz-Zentrum für Geoforschung Werte von 8,7 und 8,3 Kp gemessen.

    Wie aber entsteht das Naturschauspiel? Polarlichter entstehen, wenn nach Eruptionen auf der Sonne Wolken aus elektrisch geladenen Teilchen Richtung Erde rasen. Vom schützenden Magnetfeld unseres Planeten werden sie zu den Polen gelenkt. In der oberen Atmosphäre treffen die geladenen Teilchen dann auf Luftmoleküle und regen sie an, Licht auszusenden.

    Polarlichter zeigen sich auch in der kommenden Nacht

    Die Lichtfarben variieren je nach Art des angeregten Gases und Höhe: Sauerstoff kann grünes oder rotes Licht emittieren, Stickstoff oft violette oder blaue Farbtöne. Die Formen der Polarlichter reichen von Vorhängen und Bögen bis hin zu Spiralen, beeinflusst durch die Bewegung des Magnetfeldes. Starke Sonnenstürme können Polarlichter erzeugen, die noch weit südlich der Polarregionen zu sehen sind.

    In den kommenden zwei Nächten könnte es noch eine weitere Chance geben, die Polarlichter zu sehen. Garantiert ist das aber nicht. Am besten zu sehen sind sie, wenn man nach Norden blickt. Ist das Leuchten nur schwach, lohnt sich oft eine Aufnahme mit der Handykamera. Durch den Nachtmodus und die längere Belichtungszeit werden die Lichter besser eingefangen. (mit dpa)

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