Wo einst 483 Goldmünzen lagen, ist nur mehr eine Abbildung zu sehen. Und der schlichte Hinweis: „Hier hätten Sie den 1999 im Oppidum von Manching entdeckten Goldschatz im Original betrachten können, wenn er nicht im November 2022 gestohlen worden wäre.“ Ein seltener Goldgusskuchen und drei Bronzeringe waren an dieser Stelle ebenfalls ausgestellt – doch auch sie sind aus der kreisrunden Vitrine des Kelten- und Römermuseums im oberbayerischen Manching verschwunden. Seit der Nacht zum 22. November 2022. Seit sich dreiste Diebe mit dem bedeutendsten keltischen Goldfund des 20. Jahrhunderts auf und davon gemacht haben. Den Handelswert schätzen Experten auf mehr als 1,5 Millionen Euro, der kulturhistorische Wert ist Wissenschaftlern zufolge unermesslich. Nun müssen sich vier Männer vor dem Landgericht Ingolstadt verantworten, weil sie angeklagt sind, diese und 31 weitere Taten begangen zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem schweren Bandendiebstahl vor. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung. Im Falle eines Schuldspruchs drohen den Männern nicht nur mehrjährige Haftstrafen, sondern auch Zahlungen von rund zehn Millionen Euro.
Prozess
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