Nachts U-Bahn fahren, nach dem Disco-Besuch den Bus nach Hause nehmen, abends in die Tram einsteigen: Viele junge Frauen in München haben dabei Sicherheitsbedenken. Laut einer repräsentativen Studie des Münchner Kreisjugendrings (KJR) zur jungen Mobilität in der bayerischen Landeshauptstadt meidet ein Großteil junger Frauen den ÖPNV, weil sie sich dort nicht sicher fühlen. Die Grünen im Stadtrat fordern deswegen konkrete Maßnahmen.
Die Studie des KJR mit dem Titel „Wie kommst du von A nach B?“ wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für empirische Soziologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg erstellt, berichtet die Süddeutsche Zeitung. 1200 junge Münchnerinnen und Münchner zwischen 14 und 27 Jahren wurden mit einem Fragebogen zu Themen wie Verkehrsmittel, Einstellung zur Mobilität, Bewertung des ÖPNV-Angebots und auch dem Sicherheitsempfinden befragt.
75 Prozent der jungen Frauen meiden den ÖPNV in der Nacht
75 Prozent der befragten Frauen gaben an, in den Nachtstunden den ÖPNV zu meiden, weil sie sich unsicher fühlen, heißt es in einer Pressemitteilung der Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt im Münchner Stadtrat. 28 Prozent der Befragten gaben an, sexuell bedrängt worden zu sein.
Um die Sicherheit für Frauen im öffentlichen Raum für Frauen zu verbessern, will die Fraktion die App SafeNow einsetzen. Diese wurde bereits am Oktoberfest im Schottenhamel- und im Hofbräu-Festzelt genutzt, heißt es in der Pressemitteilung. Mit der App kann man in Bedrohungssituationen unauffällig per Knopfdruck eingespeicherte Personen benachrichtigen. Zusätzlich können SafeNow-Zonen eingerichtet werden, in denen das Sicherheitspersonal benachrichtigt wird und den genauen Standort erhält. Diese wurden bereits von der Bahn in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei in Berlin getestet.
Sicherheitsapp SafeNow wurde schon auf dem Oktoberfest verwendet
„Wir beobachten, dass SafeNow das Sicherheitsgefühl dort deutlich stärkt, wo Menschen befähigt werden, schnell und unauffällig Hilfe für sich oder andere zu holen“, wird SafeNow-Gründer Tilman Rumland in der Pressemitteilung der Grünen zitiert. „In einer wissenschaftlichen Studie gaben 94 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer an, sich mit der SafeNow-App sicherer oder sogar deutlich sicherer zu fühlen – ein Effekt, der sich auch im zweijährigen Pilotprojekt in Hamburg bestätigt hat.“
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