Frau Matthes, vor knapp vier Wochen sind innerhalb von Sekunden die 160 Meter hohen Kühltürme von Gundremmingen in sich zusammengefallen. Sie sind die Frau, die auf die entscheidenden zwei Knöpfe drückte. Bleibt so ein Moment ein Leben lang in Erinnerung?
ULRIKE MATTHES: Ja. Nicht nur für mich, sondern auch für alle anderen Mitarbeiter ist eine Sprengung immer was Besonderes – egal, ob das ein kleiner Mauerwerk-Schornstein von 30 Metern ist oder die zwei Kühltürme. Die Rahmenbedingungen sind bei jeder Sprengung unterschiedlich, das macht es spannend.
Sie sind seit 2014 bei der Thüringer Sprenggesellschaft, die beiden Bauwerke in Gundremmingen waren für Sie die Kühlturmsprengungen Nummer fünf und sechs. Gab es dabei eine besondere Herausforderung?
MATTHES: Die größte Herausforderung war die Jahreszeit. Es wird spät hell, es wird schnell dunkel, die Tage sind relativ kurz. Es gibt viel Wind im Oktober, da können wir gewisse Arbeiten nicht so ausführen wie im Sommer bei Windstille.
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