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Teurer Energieträger: Grünen-Anfrage: Wasserstoff-Förderung verpufft

Teurer Energieträger

Grünen-Anfrage: Wasserstoff-Förderung verpufft

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    Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger im Jahr 2020 bei der Vorstellung der bayerischen Wasserstoffstrategie. (Archivbild)
    Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger im Jahr 2020 bei der Vorstellung der bayerischen Wasserstoffstrategie. (Archivbild) Foto: Timm Schamberger/dpa

    Die Wasserstoff-Förderung der Staatsregierung ist in den vergangenen Jahren mindestens in Teilen wegen geringer Nachfrage verpufft. Das geht aus der Antwort des Wirtschaftsministeriums auf Landtags-Anfragen der Grünen hervor. Demnach war die Förderung von Wasserstoff-Tankstellen wenig gefragt. Auch beim Bau von Elektrolyseuren - das sind Produktionsanlagen für Wasserstoff - wurde bis 2025 nur ein kleiner Teil der zugesagten finanziellen Förderung tatsächlich abgerufen und ausgegeben.

    Wenig Bedarf an Tankstellen-Förderung

    Wie dem Schreiben des Ministeriums zu entnehmen ist, sagte die Staatsregierung von 2018 bis 2025 knapp 61 Millionen Euro Förderung für Wasserstoff-Tankstellen zu. Tatsächlich ausbezahlt wurden aber nur 16,3 Millionen Euro. In fünf Fällen zahlten die Geförderten insgesamt neun Millionen Euro sogar zurück - mutmaßlich, weil die Projekte nicht verwirklicht wurden. Das Tankstellen-Programm ist mittlerweile ausgelaufen. Die Grünen-Abgeordneten Martin Stümpfig und Markus Büchler werfen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger deswegen Steuergeldverschwendung und Förderung sinnloser Projekte vor.

    Langsamer Abruf der Fördergelder

    Der Freie-Wähler-Chef hatte über Jahre die Werbetrommel für Wasserstoff als Energieträger der Zukunft gerührt. Aiwangers Ziel waren 100 Wasserstoff-Tankstellen, nach Angaben der Grünen sind es bloß 20 geworden. Für den Bau von Elektrolyseuren sagte die Staatsregierung laut Ministeriumsschreiben 2024 und 2025 knapp 120 Millionen Euro zu, davon tatsächlich ausgezahlt wurden 2025 4,1 Millionen. Das Ministerium verweist in seiner Antwort auf die Anfrage darauf, dass Fördergelder häufig nicht im Jahr der Zusage abgerufen werden, sondern später.

    Wasserstoff ist teuer, Durchbruch lässt auf sich warten

    Daneben gibt es noch ein bayerisches Energieforschungsprogramm, das offenkundig sehr viel besser nachgefragt ist: Von insgesamt knapp 142 Millionen Euro zugesagten Forschungszuschüssen war demnach bis Ende 2025 mehr als die Hälfte abgerufen.

    Die Bundesregierung will ein sogenanntes Wasserstoff-Kernnetz vor allem für Abnehmer in der Industrie aufbauen. Dass Wasserstoff sich jedoch auch als Brennstoff für Heizung oder Auto durchsetzt, gilt unter Energiefachleuten wegen der hohen Produktionskosten als sehr unwahrscheinlich. Abgesehen davon müsste Deutschland einen beträchtlichen Teil des Wasserstoffs ebenso importieren wie bisher Erdgas.

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