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Vegan-Pionier trifft Molkerei-Riese: Müller will Berief übernehmen

Wirtschaft

Vegan-Pionier trifft Molkerei-Riese: Müller will Berief übernehmen

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    Der Molkerei-Riese Müller will stärker ins pflanzliche Sortiment einsteigen.
    Der Molkerei-Riese Müller will stärker ins pflanzliche Sortiment einsteigen. Foto: Stefan Puchner/Sina Schuldt, dpa (Symbolbild)

    Zuletzt sorgte der Konzernriese Müller für Negativschlagzeilen. Wegen der AfD-Unterstützung des Firmengründers Theo Müller formierten sich Proteste. Einige frühere Kundinnen und Kunden boykottieren seit Bekanntwerden die Produkte des Konzerns. Nun plant das Unternehmen einen weiteren Kauf: Berief, Hersteller von veganen Milchalternativen und Tofu-Produkten, soll künftig zum Konzern gehören. Online löste die Nachricht Diskussionen aus.

    Mit dem Kauf der Berief Food GmbH will Müller stärker in den Markt für pflanzliche Lebensmittel einsteigen. Das Familienunternehmen aus Beckum produziert seit rund 40 Jahren pflanzliche Drinks und Tofu-Produkte. Von dieser Erfahrung möchte der Milch-Riese künftig profitieren und die eigene Produktpalette erweitern. Das teilte die Müller Group bereits am Donnerstag, 7. Mai, mit. Laut Stefan Müller, Chairman der Unternehmensgruppe, sei es „ein wichtiger strategischer Schritt, mit dem wir beabsichtigen, unsere Aktivitäten in diesem Zukunftsmarkt zu ergänzen“. Die Molkerei hat seit einiger Zeit ein kleines Angebot an veganen Joghurts und Puddings.

    Berief plant Expansion mit Verkauf an Müller

    Und auch Berief profitiert von dem Kauf. Berief habe „verschiedene Optionen zur Finanzierung seines weiteren Wachstums evaluiert“. Für die Expansionspläne in die Benelux-Staaten und Osteuropa braucht das Unternehmen mehr Geld. Nach der Prüfung von Minderheitsbeteiligungen und strategischen Partnerschaften stellte sich dann aus Sicht des Konzerns ein Zusammenschluss mit Müller „als optimale Lösung“ heraus. Der bisherige Eigentümer Marcus Berief schrieb dazu in einer Pressemitteilung: „Ich gebe das Unternehmen und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in sichere Hände.“ Innerhalb der Gruppe soll Berief weitgehend eigenständig agieren können.

    Auch in Augsburg protestierten Aktivistinnen und Aktivisten bei einer "Anti-Müller-Kampagne" von Campact.
    Auch in Augsburg protestierten Aktivistinnen und Aktivisten bei einer "Anti-Müller-Kampagne" von Campact. Foto: Michaela Stache (Archivbild)

    Aufgrund der Aussagen des Firmengründers Theo Müller zur AfD und seiner Unterstützung der zumindest in Teilen gesichert rechtsextremen Partei kam es in den vergangenen Monaten vermehrt zu Boykottaufrufen der Produkte des Molkerei-Riesen. Sogar ein Friedberger Supermarktleiter rief seine Kundinnen und Kunden dazu auf, die Produkte der Marke nicht zu kaufen.

    Berief-Produkte tauchen oft als Eigenmarken bei Supermärkten auf

    Und auch in den vergangenen Tagen seit der Bekanntgabe des Verkaufs häuft sich die Kritik. Ein Nutzer schrieb auf der Plattform Reddit etwa: „Kann der AfD-Heini nicht mal aufhören, Marken zu kaufen, deren Produkte ich gerne esse?“ Eine andere schreibt: „Das war keine gute Entscheidung. Hoffentlich wird sich das in den Verkaufszahlen widerspiegeln.“ Zuletzt verzeichnete das Unternehmen allerdings einen Umsatz von rund 113 Millionen Euro und hofft mit der Expansion auf mehr.

    Einige Nutzerinnen und Nutzer schreiben, neben den bekannten Müller-Marken nun auch auf Berief verzichten zu wollen. Produkte des Konzerns sind allerdings nicht immer direkt erkennbar. So produziert Berief neben den offensichtlichen Pflanzendrinks als Soja Food GmbH unter anderem für Eigenmarken von Drogerien, Aldi, Lidl und Edeka.

    Vollzogen ist der geplante Verkauf noch nicht. Die Kartellbehörden müssen diesem nach einer Prüfung die Freigabe erteilen. Bis dahin führen die Unternehmen ihre Geschäfte unabhängig voneinander fort. Wie viel Müller für den Pflanzenmilch-Hersteller zahlt, ist nicht bekannt.

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