Vielleicht ja so: Den Matratzenhorchdienst mit Schwung beenden, federleicht in die Senkrechte. Die Fenster sehr weit aufmachen, herein, immer herein, mit diesem anderen, so vermissten Draußen. Ein paar Kniebeugen hinterher, dann gewaltig recken und strecken und ganz wichtig: Jetzt schon Musik dazu. Jovanotti (Ora!, die Live-Version), natürlich aufdrehen, würdiger Soundtrack dieses großen Augenblicks. Derart in Schwung, den Liebsten beim Floristen des Vertrauens einen großen Strauß Tulpen (oder halt: Gerbera, Chrysanthemen, Nelken, Standflieder, Goldrute, Inkalilien, blaue Disteln und Hypericum) besorgen, auf den Küchentisch in der schönsten Vase platzieren. Dabei (auf dem Hin- und Rückweg) nicht vergessen, nach oben zu winken, gerne auch mit beiden Händen, Petrus grüßen, Petrus danken, aus all diesen Gründen.
Der Chef gibt bestimmt frei
Dann, warum auch nicht?, spontan freinehmen. Der Chef/die Chefin wird es verstehen. Wann, wenn nicht heute? Hin, natürlich, zum Frühstück im bevorzugten Café. Die Zeitung nicht vergessen, ein Buch dazu, vielleicht das fabulöse „Als wir Schwäne waren“. Der Lieblingstisch ist noch da, geschützt und doch mit Ausblick. Und viel Licht. Gemütlich Platz nehmen und dann, zunächst, gar nichts tun. Zurücklehnen, gelegentlich den Flaneuren dieses Vormittages hinterherschauen, freundlich nicken. Schon kommt der erste Kaffee. Mit dem Rest warten wir ein bisschen, das Cornetto ist gleich doch auch noch knusprig.
Jeder hat eine andere – vielleicht ein klein wenig übertriebene – Vorstellung davon, wie der Winter endet und der Frühling beginnt. Es ist so weit. 20 Grad und mehr. Heute.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren