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Weihnachtskrippen: Diese Frau baut und schnitzt mit Liebe zum Detail

Krippenbau

Krippen mit Familiengeschichte: Diese Schwäbin schnitzt besondere Erinnerungen

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    Elfriede Mayer ist seit über 20 Jahren Mitglied bei den Burgauer Krippenfreunden.
    Elfriede Mayer ist seit über 20 Jahren Mitglied bei den Burgauer Krippenfreunden. Foto: Alexander Kaya

    Elfriede Mayer hat eine besondere Liebe zum Feinen. „Eine schöne Krippe ist für mich, wenn man ein Detail fotografiert und es sieht aus wie echt. Dann wäre es für mich perfekt. Vielleicht bin ich ein bisschen pingelig, ich weiß es nicht. Aber das gefällt mir gut.“

    Wenn man Mayer daheim besucht, bekommt man schnell einen Eindruck davon, was sie damit meint. Die 64-Jährige hat in ihrem Esszimmer in Harthausen im Landkreis Günzburg sieben Krippen ausgestellt. Sie sind alle selbstgemacht. Ihre erste Krippe hat Mayer im Stil einer Zimmermannswerkstätte gebaut. Dass es im Laufe der Zeit so viele Krippen werden würden, war nie angedacht, sagt Mayer. Sie ist seit vielen Jahren Mitglied bei den Burgauer Krippenfreunden. Im Verein ist sie die einzige Frau, die schnitzt. Zusätzlich übernimmt sie die Rolle der Schriftführerin und unterstützt den Schnitzkurs und die Jugendgruppe.

    Der Krippenbau liegt bereits in der Familie

    „Ich nähe, dann helfe ich beim Bauen, dann helfe ich bei der Gestaltung, danach mache ich Botanik, und dann kommt das Schnitzen, das ist mir eigentlich das Wichtigste. Das sind viele Bereiche und man sollte sich theoretisch auf eins beschränken, aber das klappt irgendwie nicht“, sagt Mayer. Bei den Krippenlandschaften sind ihr die Struktur der Landschaft und die detailgetreuen Naturelemente besonders wichtig: „Ohne Gelände, wenn es alles eben ist, ist es nicht gut.“ Aus Thymianzweigen entstehen hier Bäume, aus Moos Grünflächen und aus Schaumstoff Steine und Felsen.

    Die Ziege beschreibt Mayer als ihre aufwendigste Schnitzarbeit.
    Die Ziege beschreibt Mayer als ihre aufwendigste Schnitzarbeit. Foto: Alexander Kaya

    Schon in ihrer Kindheit waren Krippen faszinierend für Elfriede Mayer: „Ich weiß noch, dass der Großvater, wenn ein Füßchen abgebrochen ist, ein Zündhölzchen genommen hat. Und dann hat er es wie ein Füßchen wieder hingemacht.“ Ihre Motivation zum Krippenbau komme besonders durch ihren Glauben. Daraus ziehe sie auch im Alltag viel Kraft.

    Unter den Krippen in ihrem Esszimmer befindet sich eine, die Mayer gemeinsam mit ihren Kindern nachgebaut hat. Das ursprüngliche Modell fertigte ihr Vater als Ministrant. Die Rekonstruktion war besonders arbeitsintensiv: „Da habe ich dann sogar extra Papierkrippen gemacht, als Plan“, sagt die stolze Tochter. Sie sei froh, einen Schreiner als Mann zu haben. „Das ist sehr praktisch, weil man eine Werkstatt hat.“ Ihr Mann unterstützt sie beim Krippenbau und schneidet die Holzstücke mit der Kreissäge zu. „Aber das hat natürlich den Nachteil, dass ich selber nie an die Säge gehe. Das sollte man eigentlich auch können, aber das macht immer er“, sagt die Harthauserin lächelnd.

    Vom bayerischen Bergpanorama bis zu orientalischen Krippen ist alles dabei

    Mayers Krippen erzählen die Weihnachtsgeschichte auf die unterschiedlichste Weise. Vor einem gemalten Bergpanorama wird zum Beispiel ein weiß verputztes Haus mit einem Stall daneben lebendig. Bäume, Sträucher und Steine zieren die Krippenwelt. Eine Katze hockt auf dem Treppengeländer. Zwei Tauben sitzen unter dem Dach.

    Aktuell arbeitet sie bereits an der nächsten Krippe. Dafür hat die 64-Jährige schon einiges geplant: „Auf jeden Fall einen Stall, einen Turm und Landschaften mit Hütten.“ Dieses Mal soll die Krippe in einem orientalischen Stil angelegt werden. Sie ist für die Ausstellung im kommenden Jahr in Burgau gedacht. Die Krippenfreunde wollen damit ihr 40-jähriges Bestehen feiern.

    Mayers Krippen sind besonders detailgetreu.
    Mayers Krippen sind besonders detailgetreu. Foto: Alexander Kaya

    Beim Schnitzen hat Mayer gerne ihre Ruhe: „Man muss sich wirklich konzentrieren.“ Die Zeit dazu findet die gelernte Altenpflegerin meist in den Abendstunden oder im Urlaub. Dann geht es mit dem Wohnwagen in die Berge. „Wenn ich im Urlaub bin, dann nehme ich mein Messer auch noch mit.“

    Die Schnitzpionierin arbeitet gerne nach Vorlagen, manchmal reichen allerdings auch Bilder für sie aus, um dreidimensionale Figuren zu fertigen. „Je öfter man es macht, umso besser geht es ja auch. Eigentlich sollte man das täglich mal kurz tun“, sagt Mayer. Für ihre Figuren nutzt sie vor allem Lindenholz. „Das lässt sich leicht schnitzen, ist weich und hell.“ Für eine Figur braucht sie im Schnitt einen Tag. „Das Problem ist: Als Hausfrau stehst du auf, dann machst du erst die Arbeit, dann hockst du mal vielleicht zwei Stunden zum Schnitzen hin, dann musst du wieder Mittagessen machen. Und dann springst du in den Keller und wäschst.“ In einer Schnitzer-Schule habe der Kursleiter einmal gesagt: „Friedi, du schnitzt nicht schlecht, aber Geld verdienen kannst du damit nicht“, berichtet Mayer lachend. „Aber Zeit ist in dem Fall nicht wichtig. Es kommt auf das Ergebnis an.“

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