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Winter in Bayern 2025/26: Wie er war und was das für Grundwasser, Ungeziefer und Co. bedeutet

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Wetter-Bilanz: Ein Winter, wie er früher einmal war?

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    Viel Schnee, viel Spaß: In diesem Winter konnten Kinder mal wieder Schneemänner bauen und Schneeballschlachten veranstalten.
    Viel Schnee, viel Spaß: In diesem Winter konnten Kinder mal wieder Schneemänner bauen und Schneeballschlachten veranstalten. Foto: Pia Bader, dpa

    Während manch einer bei strahlendem Sonnenschein noch Ski fährt, nutzen andere das schöne Wetter am Wahlsonntag für einen Spaziergang und freuen sich über die ersten Pflanzen, die bereits bunt blühen: Der meteorologische Winter liegt hinter uns. Und viele werden ihn als kalt, sogar als eiskalt in Erinnerung behalten. Tatsächlich sanken in Bayern die Temperaturen bis in den zweistelligen Minusbereich. Das absolute Minimum maß der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Oberstdorf im Oberallgäu mit knapp minus 22 Grad. Schneefälle in ganz Deutschland rundeten das Bild weiter ab. Wieder einmal gab es also einen „richtigen Winter“, einen, wie in den Erinnerungen der älteren Generation – für viele ein Segen nach den milden Vorgängern. Oder täuscht dieser Eindruck etwa? Wir haben bei Experten nachgefragt:

    Wie war der Winter in Bayern 2025/26?

    „Er war nicht wirklich hart“, sagt Lothar Bock vom DWD-Klimabüro in München. Obwohl es doppelt so viele Schneetage gab wie im Vorjahr – durchschnittlich in Bayern etwa einen Monat lang –, war der Winter wieder etwas zu warm. Ähnlich waren die Winter im Vorjahr und in der Saison 2020/21. Doch Phasen mit viel Schnee in einigen Teilen Deutschlands weckten den Eindruck eines strengeren Winters, erklärt der Meteorologe. „Auch die längere Dauerfrostphase mit Temperaturminima um und unter minus zehn Grad und vielen zugefrorenen Seen verstärkten den Eindruck.“ Im Kontext des Klimawandels reihe sich also auch dieser Winter nahtlos in den Trend der letzten Jahrzehnte ein, so Bock.

    Hat der Schnee die Grundwasserstände aufgefüllt?

    Im Winterhalbjahr füllen sich die Grundwasserstände normalerweise wieder – denn die Vegetation entzieht dem Boden in dieser Zeit wenig Feuchtigkeit. „Viele Messstellen weisen keine ungewöhnlichen Stände auf“, sagt Bock. In weiten Teilen Bayerns erreichte die Niederschlagsmenge zuletzt den langjährigen Mittelwert. Im Allgäu, in Südostbayern und in Oberfranken fielen jedoch nur 50 bis 80 Prozent der durchschnittlichen Menge. Niedrige Messstände zeigten sich etwa im Bereich der Münchner Schotterebene. Teilweise war die Grundwasserneubildung auch eingeschränkt, weil gefrorene Böden Regen- und Schmelzwasser oberflächlich abfließen ließen.

    Ähnlich bewertet das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) die Situation. „Aufgrund unterdurchschnittlicher Niederschläge und einer damit einhergehenden geringen Grundwasserneubildung waren im Zeitraum November bis Anfang Februar landesweit sinkende Grundwasserstände zu verzeichnen“, so ein Sprecher. Erst im Februar brachten vermehrte Niederschläge und das Abschmelzen der Schneedecke demnach eine Trendwende und normalisierten viele Messwerte. Trockenheit oder Überschwemmungen bleiben Teil des natürlichen Wettergeschehens, betont Bock.

    Wie sieht es mit Ungeziefer wie dem Borkenkäfer aus?

    Der Borkenkäfer überwintert unter der Rinde, deshalb ist ihm „das Winterwetter relativ wurscht“, erklärt Bock. Entscheidend sind stattdessen Wärme und Trockenheit im Frühjahr und Sommer, die seine Ausbreitung begünstigen. Nach Angaben der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) in Freising könnte der Borkenkäfer-Befall in Bayerns Wäldern in diesem Jahr etwas geringer ausfallen. Eine Entwarnung gebe es allerdings nicht. Für die Entwicklung sei es entscheidend, wie viele Käfer in den Fichten überwintern können und wie das Wetter im Frühjahr und Sommer wird. Wichtig sei es laut LWF, befallene Fichten noch vor dem Schwärmflug der Tiere aus dem Wald zu schaffen.

    Gibt es wegen der niedrigen Temperaturen weniger Zecken?

    Wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) erklärt, hängt die Aktivität von Zecken stark von lokalen klimatischen Faktoren wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit sowie von der lokalen Flora und Fauna ab. Der Parasit bevorzugt Orte in Waldnähe sowie Gärten, Parks und Wiesen. Auf Wirtssuche geht er bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit. „Sind diese Faktoren lokal gegeben, erhöht dies dementsprechend die Wahrscheinlichkeit, von Zecken gestochen zu werden“, sagt Tim Sünderhauf, stellvertretender LGL-Sprecher. Generell gelte: Zwar sei nach milderen Wintern von größeren Zeckenpopulationen auszugehen, aber eine Prognose inklusive Infektionsrate sei schwierig.

    Wie wird das Wetter im Sommer 2026 sein?

    Wie der Sommer genau aussehen wird, lässt sich noch nicht vorhersagen. Bekannt sei jedoch, dass die derzeitige Hochdrucklage mit geringem Niederschlag uns noch begleiten werde, meint Meteorologe Lothar Bock. Ab Mitte März könnte es dann unbeständiger werden. Erfahrungen deuteten darauf hin, dass dieser Sommer wärmer als der vieljährige Mittelwert ausfallen werde. „Lassen wir uns überraschen, denn ändern können wir es sowieso nicht“, sagt Bock. (mit dpa)

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