Für Kinder und Familien ist die Adventszeit geprägt von kleinen Ritualen und Vorbereitungen auf die Weihnachtsfeiertage. Ob Kerzenanzünden an den Adventssonntagen, das Öffnen des Adventskalenders oder letztlich das Schmücken des Christbaumes – darauf freuen sich Groß und Klein während der kalten Tage wohl gleichermaßen. Ab dem heutigen Sonntag, dem 1. Advent, hat auch die Weihnachtspostfiliale wieder geöffnet.
Im unterfränkischen Himmelstadt, 20 Kilometer von Würzburg, nimmt das Christkind Wunschzetteln und Briefe entgegen. Jährlich kommen mehrere zehntausend Briefe an, wie die Deutsche Post schreibt. 2015 etwa waren es 81.000, darunter etliche aus dem Ausland und in vielen verschiedenen Sprachen.
Seit 1986 beantworten Ehrenamtliche Briefe an das Christkind
Einen Brief an das Christkind zu schreiben, hat Tradition. Die Poststelle Himmelstadt wurde offiziell im Jahr 1986 zum „Weihnachtspostamt“ ernannt. Etwa 3500 Briefe kamen zu diesem Zeitpunkt an. Aufgrund der schieren Menge an Briefen wird vom Postamt Würzburg sogar eine Zusatzkraft zum Stempeln der Weihnachtspost eingesetzt.
Zur Beantwortung der Briefe sind Dutzende ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz, die den Kindern in der entsprechenden Sprache schreiben. Ehrenamtliche Leiterin des Postamtes ist Rosemarie Schotte, die das Projekt seit Jahren begleitet. Die Wünsche der Kinder sind vielfältig: Neben Malsachen, Bausteinen oder Fahrrädern wünschen sich viele auch eine intakte Familie oder Gesundheit. Ist der Brief besonders eindrücklich, schreibt Schotte sogar selbst ein paar liebevolle Worte an die Absenderin und den Absender.
Seit dem ersten Advent hat das Weihnachtspostamt geöffnet
Seit diesem Sonntag um 13.30 Uhr öffnete das Weihnachtspostamt wie jedes Jahr zum 1. Advent feierlich die Pforten. Himmelstadt ist eine von mehreren Weihnachtspostfilialen in Deutschland. Ihren Wunschzettel können Kinder an folgende Adresse schicken: „An das Christkind, Kirchplatz 3, 97267 Himmelstadt.“ Wer eine Antwort haben möchte, sollte die eigene Adresse nicht vergessen.
Damit alle Briefe auch rechtzeitig zum Weihnachtsfest beantwortet werden können, bittet die Deutsche Post, die Briefe spätestens sieben Tage vor Weihnachten, am 17. Dezember, abzuschicken. Für Schulklassen und Kindergärten ist die Frist am 15. Dezember.
Wer seinen Wunschzettel selbst vorbeibringen will, kann das vom 1. Dezember bis 18. Dezember immer von Montag bis Freitag von 9 bis 11 Uhr und 15 bis 17 Uhr tun. Vor Ort gibt es sogar eine Himmelstadter Weihnachtskarte, die Weihnachts-Briefmarken sowie den begehrten Himmelstadter-Weihnachts-Sonderstempel. (mit dpa)
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