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Charlie Hebdo Attentat
08.01.2015

Schwarze Schleife: Google zeigt Solidarität nach Anschlag

Eine schwarze Schleife als Zeichen der Trauer und Solidarität: Google setzt - wie viele Medienhäuser -heute ein Zeichen nach dem Attentat von Paris.
Foto: Screenshot

Eine schwarze Schleife bei Google: Als Zeichen der Trauer und Solidarität hat der Suchmaschinen-Konzern nach dem Attentat auf Charlie Hebdo ein Zeichen gesetzt.

Warum hat Google eine schwarze Schleife auf der Seite? Tatsächlich reiht sich die größte Suchmaschine der Welt ein in die große Gruppe der Webseiten, die nach dem Blutbad in der Redaktion des französichen Satiremagazins Charlie Hebdo Solidarität und Trauer zeigen.

Weltweit demonstrieren die Medien seit Mittwoch nicht nur ihre Trauer und ihre Solidarität mit den Opfern des islamistischen Anschlags in Paris; sollten die Attentäter das Ziel gehabt haben, religionskritische Karikaturen zu unterbinden, haben sie genau das Gegenteil erreicht.

In Deutschland wurden und werden die Karikaturen auf mehreren Titelseiten gedruckt. Andere Blattmacher tauchen ihre Seiten in die Trauerfarbe schwarz. Und immer wieder ist der Satz zu sehen, der zur Solidaritätsbekundung geworden ist: "Je suis Charlie." ("Ich bin Charlie.")

Schwarze Schleife: Google zeigt Solidarität nach Anschlag
13 Bilder
Deutschlands Titelbilder nach dem Anschlag
Foto: Screenshots/Meedia.de

Karikaturen aus der Feder der Charlie Hebdo-Zeichner fanden sich am Donnerstag etwa auf dem Titel des Berliner Tagesspiegels. Zu sehen war dort unter anderem, wie ein schwarz Maskierter den Propheten als Ungläubigen enthaupten will. Die Zeitung B.Z. gestaltete gleich ihre ganze ersten und letzten beiden Seiten mit den Zeichnungen und macht das französische Vive la liberté ("Es lebe die Freiheit") zur Schlagzeile.

Schwarze Schleife bei Google

Der "Berliner Kurier" ging noch weiter - mit einer seitenfüllenden eigenen Karikatur, die zugleich eine Hommage an die getöteten Zeichner und eine Beistandsbekundung ist: Ein nackter Dschihadist mit Mohammed-Gesicht hält den "Charlie Hebdo" mit der Mohammed-Zeichnung in den Händen, während er in einer Wanne voll Blut badet. Der "Kurier"-Zeichner hatte den Stil der Franzosen dabei kopiert.

"Je suis Charlie" auf Webseiten

Auch im Netz werden mit "Je suis Charlie" Zeichen gesetzt: Am Donnerstag setzten eine Reihe regionaler Online-Medien den französischen Satz prominent auf ihre Startseiten - etwa die Augsburger Allgemeine, die Allgäuer Zeitung, die Main-Post, shz.de und Münchner Merkur.

Der Zentralrat der Muslime mahnte, sich mit islamkritischen Karikaturen friedlich auseinanderzusetzen. "Die Auseinandersetzung mit solchen Karikaturen kann nur auf humoristische, auf satirische, auf intellektuelle Weise sein. Eben mit dem Stift und sonst nichts anderes", sagte der Zentralrats-Vorsitzende Aiman Mazyek am Freitag im ZDF-Morgenmagazin. Den Terroristen sei es auch gar nicht um die Satire gegangen. Sie hätten einen Anlass gesucht, um die Gesellschaft zu spalten.

Bundespräsident Joachim Gauck rief dazu auf, demokratische Werte entschlossen zu verteidigen. "Wir stehen ein für Versammlungsfreiheit wie für die Religionsfreiheit - für die Freiheit insgesamt", sagte Gauck am Freitag vor seinem traditionellen Neujahrsempfang in Berlin. "Wir lassen uns durch Hass nicht spalten", betonte er. Die Demokratie sei stärker als der Terror.  bo, dpa

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