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Fernsehen: Antenne, Satellit, Kabel oder Internet? Alles zu Technik und Kosten

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Antenne, Satellit, Kabel oder Internet? Alles zu Technik und Kosten

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    Nahezu jeder zweite deutsche Haushalt empfängt seine Fernsehprogramme per Satellit.
    Nahezu jeder zweite deutsche Haushalt empfängt seine Fernsehprogramme per Satellit. Foto: Gero Breloer dpa/ Symbolfoto

    Auch wenn einige Experten dem klassischen Fernsehen mit seinen starren Sendezeiten kaum eine Zukunft geben: Noch versammeln sich allabendlich um 20 Uhr Millionen Zuschauer vor dem Gerät, um die „Tagesschau“ zu sehen oder den „Tatort“ im Anschluss. Die Frage ist nur: Wie kommt das Fernsehbild ins Haus? Immerhin gibt es, je nach Wohnort, zwei bis vier Möglichkeiten. Antenne und Satellit lassen sich überall nutzen. Der Empfang per Kabel oder Internet setzt die entsprechende Verfügbarkeit voraus. Was sind generell die Vor- und Nachteile der verschiedenen Empfangsvarianten?

    Heute die Ausnahme: Empfang per Antenne

    Früher Standard, heute die Ausnahme: Weniger als fünf Prozent der Zuschauer empfangen ihr Fernsehsignal über Antenne. Wenn sie das in Deutschland tun, dann geben sie sich mit niedrig auflösenden Bildern zufrieden. Denn hochauflösendes Fernsehen (HDTV) ist im aktuell genutzten DVB-T-Standard nicht vorgesehen. Das macht erst der DVB-T2-Standard möglich, dessen Einführung hierzulande 2017 vorgesehen ist.

    So oder so: Ein spezielles Empfangsteil muss entweder im Fernsehgerät eingebaut sein oder in Form eines externer Receivers (Kosten: ab 20 Euro) zusätzlich beschafft werden. Doch Vorsicht: Neuere Fernsehgeräte verfügen im Regelfall über einen DVB-T2-Tuner, der fehlt bei älteren Modellen aus günstigen Auslaufgeräten. Wer heute ein Schnäppchen macht, sieht nach der Umstellung auf DVB-T2 ab 2017 möglicherweise nichts mehr. Weiterer Nachteil: Mit Ausnahme von München und Nürnberg sind bayernweit nur öffentlich-rechtliche Programme über Antenne zu empfangen. Das wird sich auch in Zukunft wohl nicht ändern.

    Einen entscheidenden Vorteil hat der DVB-T-Empfang aber: Er ist, von den Fernsehgebühren abgesehen, kostenlos. Zudem ist in den Grenzregionen zur Schweiz und zu Österreich ein Empfang der Nachbarsender möglich.

    Günstige Vielfalt: Empfang per Satellit

    Nahezu jeder zweite deutsche Haushalt empfängt seine Fernsehprogramme per Satellit und dabei nahezu ausschließlich von den Astra-Satelliten. Auf diesem Weg ist, unabhängig vom Wohnort, der Empfang von einigen tausend Fernsehprogrammen möglich. Eine Vielzahl davon ist unverschlüsselt und kann somit ohne monatliche Zusatzkosten gesehen werden. Somit fallen Kosten für die Satellitenschüssel (ab rund 50 Euro) und gegebenenfalls einen Satellitenreceiver (ab 40 Euro) an. Immer mehr Fernsehgeräte verfügen jedoch ab Werk über einen integrierten Satelliten-Tuner, der sich direkt mit der Satellitenschüssel verbinden lässt. Je nach Anbringung der Schüssel und der Verteilung des Signals im Gebäude können die Gesamtkosten einer Sat-Empfangs-Anlage aber auch bei mehreren hundert Euro liegen. Laufende Kosten entstehen dann aber nicht.

    Öffentlich-rechtliche Programme lassen sich wahlweise als SD- oder HD-Signal empfangen. Dies gilt zwar auch für die meisten privaten Programme. Allerdings sind die HD-Signale hier verschlüsselt und für die Darstellung ist ein „HD+“-kompatibles Gerät samt entsprechender Karte erforderlich. Die Karte ist beim Kauf eines entsprechend ausgestatteten Fernsehgerätes oder Receivers in den ersten sechs Monaten kostenlos, in der Folge sind 60 Euro jährlich zu bezahlen. Damit verbunden sind jedoch einige Einschränkungen. So lassen sich „HD+“-Aufnahmen häufig nicht vorspulen, womit der Zuschauer auch bei Aufnahmen gezwungen ist, beispielsweise Werbung anzusehen. Ein grundsätzlicher Nachteil des Satelliten-Empfangs: Er ist nicht wetterunabhängig. Starker Regen kann den Empfang ebenso beeinträchtigen wie Schnee auf der Schüssel.

    Störung fast ausgeschlossen: Empfang per Kabel

    Über 40 Prozent der Fernsehnutzer sind an ein Kabel angeschlossen. Im Verbreitungsgebiet unserer Zeitung bietet das entweder Kabel Deutschland oder ein lokaler Anbieter. Auch Kabelfernsehen ist inzwischen digital: Analoge Anschlüsse vermarktet beispielsweise Kabel Deutschland nicht mehr. Für den Empfang ist daher zusätzliche Technik notwendig: Entweder ein einsteckbares Modul für den Fernseher oder, falls der dafür notwendige Steckplatz fehlt, ein zusätzlicher Receiver.

    Je nach gewählter Anzahl der Sender mit hochauflösenden Bildern sind monatlich zwischen 18 und 30 Euro zu bezahlen. Durch das Hinzubuchen zusätzlicher Programmpakete können weitere Kosten entstehen. Mitunter ist der Grundpreis für Kabel-TV in den Mietnebenkosten enthalten. Kabelfernsehen ist weitgehend wetterunabhängig. Einzig bei Beeinträchtigungen der professionellen Empfangsstationen des Kabelbetreibers kommt es auch zu Störungen im Wohnzimmer.

    TV ohne Grenzen: Empfang per Internet

    Bereits im vorigen Jahr lag der Anteil jener Zuschauer, die Fernsehen per Internet empfangen, über jenen, die noch eine Antenne nutzen. Wer bei Internet-Fernsehen, „IPTV“ genannt, an unbequemes Sitzen vor dem Computer denkt, der liegt falsch. IPTV transportiert das Fernsehsignal im Regelfall zum Fernsehgerät im Wohnzimmer. Hier ist ein entsprechender Receiver notwendig. Fernsehgeräte mit eingebautem IPTV-Empfangsteil gibt es bislang nicht. Voraussetzung ist eine schnelle DSL-Anbindung, im Idealfall per Glasfaser. Wer beispielsweise ein HD-Programm anschaut und ein zweites gleichzeitig aufnehmen will, sollte über einen VDSL-50-Anschluss verfügen.

    Bekanntester Anbieter ist derzeit die Deutsche Telekom mit ihrem „Entertain“-Angebot. Es wird im Paket mit Telefon- und Internet-Diensten offeriert und ist ab rund 35 Euro monatlich erhältlich. In Augsburg ist m-net ein Konkurrent. Aber auch kleinere Gesellschaften wie die Stadtwerke Lindau bieten inzwischen IPTV an. Wie bei herkömmlichen Kabelgesellschaften wird auch hier zwischen Grundangebot und weiteren Programmpaketen unterschieden. Sie liefern beispielsweise fremdsprachige Sender und sind gegen Aufpreis erhältlich.

    Durch die Verknüpfung von Fernsehen und Internet sind zusätzliche Anwendungen möglich. Ist beispielsweise ein Festplatten-Receiver vorhanden, so lässt sich dieser auch über das Internet programmieren. Zudem stehen Online-Videotheken zur Verfügung. Aktuelle Filme lassen sich so gegen eine Einmal-Zahlung anschauen.

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