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"Michl" aus Traunstein: Verstoß gegen Nutzungsregeln: Facebook löscht Hilferuf eines Jungen

"Michl" aus Traunstein

Verstoß gegen Nutzungsregeln: Facebook löscht Hilferuf eines Jungen

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    Facebook setzt konsequent seine Richtlinien um.
    Facebook setzt konsequent seine Richtlinien um. Foto: dpa (Symbolbild)

    Manche Posts in sozialen Netzwerken rühen die Menschen, verbreiten sich wie eine Lawine im digitalen Kosmos. Eine dieser Lawinen trat ein elfjähriger Bub aus dem oberbayerischen Traunstein los. Michl ist seit einem schweren Autounfall querschnittsgelähmt und muss künstlich beatmet werden. Auf Facebook veröffentlichte der Junge einen Aufruf: Er suche verzweifelt nach Pflegern, die mithelfen, seine 24-Stunden-Betreuung zu gewährleisten.

    Facebook: Auf diese Dateneinstellungen sollten Nutzer achten

    Wer Mitglied bei Facebook ist, sollte seine Datenschutz-Einstellungen genau im Griff haben. Das müssen Sie wissen:

    PUBLIKUM: Teilt man im sozialen Netzwerk einen Beitrag, ohne die Datenschutzeinstellungen anzupassen, so ist er in der Regel für jeden sichtbar. Wer das nicht möchte, kann mit einem Klick auf das kleine Schloss-Symbol in der Menüleiste den Menüpunkt "Wer kann meine Inhalte sehen" aufrufen. Hier lässt sich einstellen, ob alle, Freunde oder nur in bestimmten Listen geführte Freunde die Mitteilung sehen soll.

    LISTEN:Mit wenigen Klicks lassen sich Freunde in bestimmte Listen sortieren. So lässt sich beim Veröffentlichen eines Beitrags festlegen, ob ihn nur die engen Freunde, Bekannte oder Arbeitskollegen sehen sollen. Kontakte lassen sich auch mehreren Listen zuordnen.

    FOTOS: Wer nicht auf Fotos erkennbar markiert werden möchte, kann dies bei "Chronik und Markierungseinstellungen" festlegen. Ganz verhindern kann man es nicht, es lässt sich aber einstellen, dass man über Markierungen informiert wird und sie genehmigen muss - bevor sie für andere sichtbar werden.

    WERBUNG: Facebook finanziert sich über Werbung. Je genauer sie an die Vorlieben eines Nutzers angepasst ist, desto wertvoller. Liked man etwa eine Marke oder ein Produkt, kann es vorkommen, dass Freunde Empfehlungen für dieses Produkt sehen - verziert mit dem Profilfoto des Empfehlenden. Wer das nicht möchte, sollte das in den Einstellungen unter "Werbeanzeigen/Werbeanzeigen und Freunde" anpassen.

    APPS: Facebook bietet über sein App-Center zahlreiche Programme und Spiele von Drittanbietern an. Diese erhalten weitreichenden Zugriff auf persönliche Daten und das eigene Profil. Daher sollten in den Einstellungen unter "Apps" die aktuellen Einstellungen geprüft werden. Ratsam ist auch, nicht mehr verwendete Apps zu löschen, damit diese nicht weiter Daten sammeln. (drs/dpa)

    Doch Facebook hat Michls Post nun gelöscht. Der Grund: Das Mindestalter zum Betreiben eines Accounts liegt bei 13 Jahren. Der Bub ist damit zwei Jahre zu jung. Das reichte den Betreibern des sozialen Netzwerks, um das Profil des Jungen ohne Vorankündigung zu löschen. Laut welt.de schreib Michl daraufhin an Facebook: "Jetzt sind alle Daten weg - und das sind sehr viele, die ich noch nicht lesen konnte".

    Das ist ein herber Verlust für Michl. Denn innerhalb weniger Stunden raste sein rührender Hilferuf durch die sozialen Netzwerke. Mehr als 60.000 Nutzer haben den Aufruf geteilt und etwa 50 Pflegekräfte wendeten sich an den Jungen, weil sie helfen wollten. Jetzt kann Michl die Daten nicht mehr lesen.

    Facebook: Eigenes Profil erst mit 13 Jahren rechtens

    Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk reagierte Facebook. Eine Sprecherin sagte dem Sender, sie wolle sich um die Sache kümmern. Jedoch ist fraglich, ob die gelöschten Daten und Nachrichten wirklich rekonstruiert werden können.

    Das ist Facebook

    Facebook ist nach wie vor das wichtigste soziale Netzwerk der Welt. Zahlen und Fakten:

    Facebook gibt es seit Februar 2004.

    Das weltweit beliebteste soziale Netzwerk zählt mehr als 2 Milliarden Mitglieder (Stand Ende 2017).

    Gegründet wurde das Unternehmen vom Amerikaner Mark Zuckerberg. Über ihn und seine Idee erschien 2010 der Film "The Social Network".

    Auf ihren persönlichen Profilseiten können die Facebook-Nutzer Nachrichten, Bilder oder Links verbreiten.

    Die Nutzung ist kostenlos. Einnahmen werden nur über das (personalisierte) Werbegeschäft erwirtschaftet.

    Seit Februar 2014 gehört auch der beliebte Messenger Whatsapp zu Facebook.

    Datenschützer sehen Facebook wegen seiner gewaltigen Datensammlung kritisch.

    Michl muss künstlich beatmet werden und ist querschnittsgelähmt. Schuld daran ist eine schwere Verletzung bei einem Autounfall im Alter von drei Jahren. Doch seine Familie findet trotz intensiver Suche keine geeigneten Pflegekräfte. Michl besitzt zwar einen ambulanten Pflegedienst, doch aufgrund von Personalnot kann er keine 24-Stunden-Betreuung gewährleisten.

    Dem Bayerischen Rundfunk sagte Michl , er werde einen neuen Account anlegen und einen weiteren Aufruf starten. AZ/goro

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