Die Schließung des Online-Speicherdienstes Megaupload und die Festnahme seines deutschen Gründers Kim Schmitz sorgt damit weiter für Aufruhr im Internet. US-Fahnder waren vergangene Woche in mehreren Ländern gegen Megaupload vorgegangen. Die Behörden schlossen das Internetportal und verhafteten Schmitz sowie zwei weitere Deutsche und einen Niederländer. Drei weitere Verdächtige, darunter ein weiterer Deutscher, sind derzeit noch flüchtig.
Den sieben Angeklagten werfen die US-Behörden vor, durch Megaupload einen Schaden von rund 500 Millionen Dollar verursacht zu haben. Geschädigt worden seien die Rechteinhaber von Filmen, Musik und Software, die illegal über das Portal verteilt wurden.
Megaupload war ein sogenannter Sharehoster, vergleichbar mit einem großen Datenspeicher im internet. Nutzer konnten große Dateien bei Megaupload hochladen, andere Nutzer diese dann wieder herunterladen. Um den Ladevorgang zu beschleunigen und komfortabler zu machen, gab es kostenpflichtige Premiumzugänge.
Mehrere Sharehoster ziehen Konsequenzen
Sharehoster, die nach diesem Prinzip funktionieren, gibt es Dutzende im Internet. Und gleich mehrere zogen aus dem Schlag gegen Megaupload umgehend Konsequenzen. Einer der weltweit größten Dienste, Filesonic, deaktivierte am Wochenende seine Datentausch-Funktion. Nutzer können damit nur noch auf ihre eigene Dateien bei Filesonic zugreifen. Zudem stellte der Filehoster seine Zahlungen an Vermittler von Premiumzugängen ein, berichtete das Portal torrentfreak.com.
uploaded.to sperrt Nutzer aus den USA
Der Dienst uploaded.to reagierte ebenfalls und sperrte Nutzer aus den USA aus. Aus anderen Ländern kann uploaded.to weiter benutzt werden, berichtet das Fachportal heise.de.
Und auch Fileserve reagierte prompt auf den Schlag gegen Megaupload. Das Portal stellte sein Partner-Programm ein, über das Uploader von beliebten Dateien Geld verdienen konnten.
Rapidshare, ebenfalls einer der Branchengrößen, zeigte sich dagegen unbeeeindruckt. "Wir sind nicht besorgt", "sagte Sprecher Daniel Raimer gegenüber dem Portal arstechnica.com. "Filehosting ist ein legales Geschäft." bo, afp