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Neue Enthüllungen: Auch Sex-Filme: Geheimdienst speicherte Millionen Webcam-Bilder

Neue Enthüllungen

Auch Sex-Filme: Geheimdienst speicherte Millionen Webcam-Bilder

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    Die Geheimdienste der USA und Großbritanniens haben offenbar millionenfach Webcam-Aufnahmen von Yahoo-Nutzer gespeichert. Darunter sind viele private Sex-Videos.
    Die Geheimdienste der USA und Großbritanniens haben offenbar millionenfach Webcam-Aufnahmen von Yahoo-Nutzer gespeichert. Darunter sind viele private Sex-Videos. Foto: Julian Stratenschulte (dpa)

    Allein binnen sechs Monaten sollen im Jahr 2008 die  Videokameras von mehr als 1,8 Millionen Yahoo-Kunden angezapft  worden sein, berichtete die britische Zeitung "The Guardian" untrer Berufung auf Dokumente des Whistleblowers Edward Snowden. Im Zuge des Programms namens "Optic Nerve" seien den Ermittlern offenbar auch Nacktaufnahmen der Betroffenen in die  Hände gefallen.

    Die Zeitung beruft sich auf interne Dokumente des britischen  Geheimdienstes GCHQ, die von dem Computerexperten Edward Snowden  enthüllt wurden. Diese Unterlagen bezögen sich auf die Jahre 2008  bis 2010, allerdings deute vieles darauf hin, dass die Spähpraxis  noch mindestens bis 2012 fortgeführt worden sei. Auch die Kollegen  des US-Geheimdiensts NSA hätten durch regelmäßigen Datenaustausch  Zugriff auf das Material gehabt.

    Wahlos Web-Chats angezapft

    Dem "Guardian" zufolge wurden offenbar alle fünf Minuten  Standbilder vom Videomaterial "wahllos" angezapfter Web-Chats  aufgenommen, um Verdächtige im GCHQ-Fokus zu überwachen und neue  Ziele aufzutun. Die Metadaten der Videoaufnahmen - also zum  Beispiel der Standort der Video-Chat-Teilnehmer und die  Gesprächslänge - wurden demnach gezielt durchsucht, Ähnlichkeiten  mit den Namen von Verdächtigen reichten zum Einsehen der Bilder  aus. Außerdem sei mit Systemen zur automatischen Gesichtserkennung  experimentiert worden.

    Die Zeitung zitierte zudem aus einem Geheimdienstdokument, in dem  sich der Verfasser verblüfft über die sexuelle Freizügigkeit von  Chat-Teilnehmern äußerte: "Es trat zutage, dass eine überraschende  Zahl von Leuten Webcam-Gespräche dazu nutzt, der anderen Person  intime Stellen ihres Körpers zu zeigen."

    Yahoo reagierte brüskiert auf die Enthüllungen. "Weder wussten wir  von diesen angeblichen Aktivitäten noch würden wir sie dulden",  teilte das US-Unternehmen mit. "Sollte dieser Bericht zutreffen,  wäre das eine komplett neue Dimension der Verletzung der  Privatsphäre unserer Nutzer und völlig inakzeptabel."

    Yahoo empört über Spionage bei Chats

    Der GCHQ bediente sich in seiner Reaktion gegenüber dem "Guardian"  einer Formulierung, die schon nach früheren Enthüllungen in  ähnlicher Form zum Einsatz gekommen war: Demnach steht die Arbeit  des Geheimdienstes stets "im Einklang mit dem strengen rechtlichen  und politischen Rahmen, der sicherstellt, dass unsere Aktivitäten  legal, notwendig und angemessen sind".

    Die "Washington Post" hatte vergangenes Jahr bereits über das  Überwachungsprogramm "Muscular" berichtet, mit dem die NSA und der  GCHQ heimlich Daten aus Glasfaserkabeln zwischen den Rechenzentren  von Google und Yahoo abfangen sollen. Zuvor war das ähnlich  arbeitende Programm "Tempora" bekannt geworden, mit dem der GCHQ  mutmaßlich auf Daten aus internationalen Seekabeln zugreift. afp

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