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B16-Zeitschleife in Höchstädt?

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Kommentar Von Simone Bronnhuber
08.06.2018

Die geplante Straße im Norden muss wieder umgeplant werden. Was das bedeutet?

Es ist ein wenig wie im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Darin spielt Bill Murray einen arroganten Wetteransager, der in einer Zeitschleife festsitzt und jeden Tag immer wieder dasselbe erlebt – solange, bis er als geläuterter Mann ins normale Leben zurückkehrt. Nun ist die geplante B16-Nordumfahrung für Höchstädt kein Film. Die Hauptakteure können auch nicht das Wetter vorhersehen. Und trotzdem hat man das Gefühl: Schon wieder? Denn seit Freitagvormittag ist bekannt, dass der Planungsentwurf für die B16 im Norden der Stadt erneut überarbeitet werden muss. Und plötzlich kann es sogar sein, dass das Wasserschutzgebiet, über das seit Monaten diskutiert wird, doch nicht so schnell oder gar nicht aufgegeben werden muss. Auch, wenn das wieder Verzögerungen bringen wird, so ist es dennoch ein kleiner Erfolg für die Höchstädter. Denn ihre Stimmen haben doch Gewicht – zumindest haben zwei Treffen mit wichtigen Vertretern der Politik, Ministerien und Behörden zur erneuten Überarbeitung des Planes geführt. Vielleicht wird die Straße nun zugunsten des Wasserschutzgebietes verlegt? Vielleicht kann aber auch das zu schützende Gebiet verschoben oder verkleinert werden? Alle Möglichkeiten werden nun geklärt. Natürlich drängt sich die Frage auf, warum erst jetzt. Von Kommunikationsproblemen unter den Behörden ist die Rede. Wenn das stimmt, ist das bei Projekten mit solchen Dimensionen kaum zu glauben und macht fassungslos. Ist die Umfahrung für die Donaustadt ja nicht urplötzlich ein Problem.

Darum war es ein guter Schachzug der Höchstädter, über die B16 auf nächsthöhere politischer Ebene zu diskutieren – erst recht in einem Wahljahr mit neuer bayerischer Regierung. Ein guter, aber auch längst überfälliger Schritt. Es bringt jetzt trotzdem nichts, darüber zu jammern, warum kurz vor knapp umgeplant wird, warum wer mit wem nicht redet und warum wer was verschlafen hat oder nicht. Es ist schon so viel Zeit mit Planen und Diskutieren ins Land gegangen. Von der Steigerung der Kosten mal ganz abgesehen.

Und auch, wenn es gut war, die abgesprochene Vereinbarung in Sachen Wasserschutzgebiet mit dem Bauamt noch nicht zu unterschreiben, so gilt wahrlich nicht, kommt Zeit kommt Rat – jahrzehntelang wurde debattiert. Die Straße gibt es noch heute nicht und ist aktuell auch wieder einen Planungsschritt rückwärts gegangen.

Bleibt zu hoffen, dass die Höchstädter nicht wie der TV-Wetteransager im Film in einer Zeitschleife stecken bleiben und noch ewig oder gar endlos auf ihre B16-Umfahrung warten müssen. Aber vielleicht können sie sonnige Aussichten voraussehen – im Norden der Stadt.

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