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17.05.2009

Die Welt der kleinen Flitzer

Gundelfingen Mit 18 bekam Edith Nückel ihr erstes Auto - es war ein total durchgerosteter Fiat 500er, den sie sich 1986 in Mödingen für 2000 Mark besorgte. Heute ist der feuerrote Flitzer, in den sie rund 6000 Mark an Reparaturkosten gesteckt hat, ein Schmuckstückchen. Noch nie hatte sie Probleme mit dem TÜV. Edith Nückel: "Für uns ist das Auto heute unbezahlbar und nicht verkäuflich." Dabei ist der 500er der Nückels für Puristen, wie es sie am vergangenen Wochenende beim Internationalen Fiat-500-Treffen der "Fiat 500 Exclusiv IG Nordschwaben" auf der Gundelfinger Bleiche auch gegeben hat, eigentlich ein Gräuel.

Hölzerner Reisekoffer auf der Heckschräge

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Das Fahrzeug hat einen Bambino-Motor, der immerhin fünf PS mehr bringt, verbreiterte Kotflügel, bequemere Sitze, breitere Reifen. Da ist Willibald Hölzles 41 Jahre alter Fiat 500 L(uxus) schon eher das, was sich Sammler unter einem Originalteil vorstellen. Die braunen Leder-Liegesitze und die dunkelblaue Farbe stehen dem Schmuckstück ebenso wie der hölzerne Reisekoffer auf der Heckschräge. Enkel Jonathan Rauhhoff (6) fährt gerne mit. Besonders findet er toll, "wie der Opa da lenken muss, der Wagen spinnt nämlich manchmal". Der 65-jährige Willibald Hölzle aus Kicklingen hat den 500er vor drei Jahren selbst aus Pescara/Italien geholt. Der heutige Wert? Hölzle: "Ich war neulich an der Tankstelle, da hat mir einer 10 000 Euro geboten."

Gleich mehrere Exemplare hat der gebürtige Römer Piero Sabia, der in seiner Munderkinger Werkstatt neben einem Ferrari GT 4 auch schon etliche 500er hergerichtet hat. Mit Ersatzteilen gibt es keine Probleme. Lediglich für 600er und den Cabrio Vignale sind gewisse Teile rar.

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IG-Vorsitzender Angelo Appollonio aus Bachhagel hat schon sechs dieser Flitzer restauriert. Er besitzt sie alle noch. Genauso viele warten aber noch auf ihre Wiedererweckung. Was ist so toll an den kleinen Kugeln? Appollonio: "Der 500er ist einfach Kult. An seinen Charme kommt der Neue nicht ran."

Präsentation mit venezianischen Masken

Auf die rund 70 Teilnehmer wartete ein geselliges und kulturelles Programm in Gundelfingen mit Ausfahrt, Teilemarkt, Oldtimer-Fahrzeugsegnung durch Stadtpfarrer Frank Schneider, Standkonzert der Fanfare-Brass-Band, Stadtführung, Geschicklichkeits-Parcours, Kinderschminken und bayerischer Abend mit der Tanzlalm Buttenwiesen und den fidelen Melkkübeln aus Hohenmemmingen.

Die Schirmherrschaft des Treffens hatte Gundelfingens Bürgermeister Franz Kukla übernommen, der die Teilnehmer auch willkommen hieß. Für die Bewirtung sorgte der Historische Bürgerverein. Als Besonderheit präsentierten am gestrigen Sonntagnachmittag venezianische Masken im Klein-Venedig an der Brenz die neuesten Fiat-Modelle.

Bei uns im Internet: Mehr Bilder unter www.donau-zeitung.de

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