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Dillingen

13.06.2019

Er parodiert Soldaten und tritt am Tag der Bundeswehr auf

Holger Müller alias Ausbilder Schmidt tritt beim Tag der Bundeswehr auf. Dabei spielt er auch Ausschnitte aus seinem aktuellen Programm „Die Lusche im Mann“.
Bild: Manfred Wegner

Am Tag der Bundeswehr tritt Holger Müller alias Ausbilder Schmidt in Dillingen auf. Im Interview spricht er über sein Verhältnis zum Militär.

Herr Müller, was erwartet die Zuschauer beim Auftritt ihrer Kunstfigur Ausbilder Schmidt am Tag der Bundeswehr in Dillingen?

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Holger Müller: Ich werde Ausschnitte aus meinem aktuellen Programm „Die Lusche im Mann“ spielen. Das ist Comedy, es geht um den Spaß, ich will die Leute unterhalten. Ich entscheide aber natürlich auch kurzfristig, was ich auf der Bühne mache. Insgesamt erwartet das Publikum eine heitere Analyse des heutigen „Mannes“, und die politische Korrektheit wird bestimmt auch gut aufs Korn genommen.

Nun treten Sie beim Tag der Bundeswehr auf. Ihre Rolle ist eine Parodie, die Bundeswehr selbst bekommt da ihr Fett weg. Wie ist ihr Verhältnis zu den deutschen Streitkräften?

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Müller: Darauf gibt es natürlich verschiedene Perspektiven. Klar macht sich der Ausbilder Schmidt auch über die Bundeswehr lustig. Ich habe viele Fans unter den Soldaten, aber natürlich gibt es einige, die es nicht mögen. Humor ist immer Geschmacksache. Eine große Institution wie die Bundeswehr muss eben auch humoristisch betrachtet werden. Und das ist gut, dass man das in unserem Land machen kann. In meinem Programm werden aber keine Soldaten vorgeführt. Schließlich ist Ausbilder Schmidt ja selber Soldat mit Leib und Seele. Er übertreibt es nur manchmal.

Waren Sie selbst bei der Bundeswehr?

Müller: Ja, 1989 als Wehrpflichtiger bei – und jetzt bitte nicht lachen – bei der Luftwaffe. Dort ist auch die Idee zum Ausbilder Schmidt entstanden – das erzähle ich aber am Samstag auf der Bühne.

Werden Sie denn regelmäßig von der Bundeswehr gebucht?

Müller: Ich war 2010 in Afghanistan und habe dort zwei Shows für Soldaten in Masar-e Sharif und Kundus gespielt. Man gewinnt da auch mal einen Eindruck davon, was die Soldaten dort leisten. Das wurde von der KAS (Katholische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung) organisiert, die zuständig ist für die Betreuung der Soldaten und Soldatinnen im Auslandseinsatz. Es kommt immer wieder Mal vor, dass mich zum Beispiel einzelne Kasernen buchen, aber es gibt da nichts Regelmäßiges. Dass die Bundeswehr mich jetzt am Tag der Bundeswehr eingeladen hat, zeigt auch, dass sie Humor hat. Und das finde ich super!

Der wohl bekannteste Satz ihrer Kunstfigur ist die Begrüßung „Morgen, ihr Luschen“, worauf das Publikum antwortet: „Morgen, Chef!“ Ist das noch Teil ihres Programms?

Müller: Ja, diese Begrüßung ist Teil des Auftritts, das wollen die Leute haben, das ist eben ein bisschen Kult. Wer zu einem Helge-Schneider-Konzert geht, will ja auch „Katzenklo“ hören. Das ist aber nicht ganz am Anfang, sondern wird später eingebaut.

Sie waren früher häufiger in Comedy-Sendungen der Privatsender zu sehen als heute.

Müller: Die Fernsehpräsenz hat abgenommen, ich bin heute eher mal in den Dritten Programmen zu sehen als in den Privaten. Die Figur und das Publikum sind ein bisschen älter geworden. Zur RTL-Sendung vom Comedian Chris Tall passt das vielleicht nicht so, das ist auch in Ordnung. Obwohl, ein ordentlicher Anschiss würde dem Herrn Tall auch mal nicht schaden… (Ausbilder-Schmidt-Lachen)

Dafür haben Sie inzwischen eine eigene Kleinkunstbühne in Ostfriesland.

Müller: Ja, mit genau 54 Plätzen. Ich bin oft privat in Ostfriesland und habe diese Bühne jetzt schon seit zehn Jahren. Da spiele ich immer wieder und lade auch mal andere Künstler ein.

Holger Müller vor seiner Kleinkunstbühne in Ostfriesland.
Bild: Timo Müller

Dann gibt es noch Auftritte unter ihrem echten Namen. Im Rahmen unserer Vortragsreihe Augsburger Allgemeine Wissen sprechen Sie am 19. Februar 2020 in Augsburg zum Thema „Erfolgreich durch Schlagfertigkeit“.

Müller: Aufgrund der Erfahrung, die man durch 20 Jahre auf der Bühne bekommt, habe ich da einiges zu erzählen. Bei Auftritten als Speaker und bei diesem Coaching geht es dann um Dinge wie Schlagfertigkeit, selbstbewusstes Auftreten und Ähnliches. Ich spiele etwa 200 Auftritte im Jahr, davon lebe ich. Da kann ich nicht sagen, an diesem Tag fühle ich mich nicht so gut, da muss man funktionieren. Und bei dem Vortrag in Augsburg verknüpfe ich das dann mit Anekdoten von Geschichten, die ich wegen meiner Figur Ausbilder Schmidt erlebt habe.

Der Auftritt von Ausbilder Schmidt am Samstag, 15. Juni, beginnt um 14 Uhr. Das volle Programm finden Sie auf diesem Flyer der Bundeswehr.

Alle weiteren Informationen finden Sie hier: "Tag der Bundeswehr" 2019 in Dillingen: Programm, Anfahrt, Parken

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