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Erziehung: Der Sinn des gemeinsamen Abendbrotes

Erziehung

Der Sinn des gemeinsamen Abendbrotes

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    Kinder sollten beim Kochen miteinbezogen werden.
    Kinder sollten beim Kochen miteinbezogen werden.

    Das gemeinsame Abendessen ist in vielen Familien heute zumindest an Wochentagen die einzige Mahlzeit des Tages, zu der alle zusammenkommen. Gerade in Familien, in denen beide Elternteile berufstätig sind und die Kinder schon in den Kindergarten und die Schule gehen, ist das gemeinsame Abendbrot eine wichtige Zeit: Zusammensitzen, gemeinsam essen und sich dabei über den Tag austauschen – das ist ein wichtiges Ritual der Familiengemeinschaft, teilt Antje Werner mit. Sie leitet die Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) in Dillingen.

    Und auch das Essen an sich und eine gesunde abwechslungsreiche Ernährung stünden neben dem Gemeinschaftserlebnis im Mittelpunkt. Und das könne schon bei der Zubereitung der Speisen beginnen, in die man schon kleine Kinder aktiv mit einbinden kann – ob beim Kochen, Gemüseschneiden oder Tischdecken. Vor allem die Kleinen seien da oft mit großem Eifer bei der Sache. „Die Motivation der jüngeren Kinder zu nutzen, ist sehr zu empfehlen. Denn Kindern gibt es Selbstvertrauen, wenn sie helfen dürfen. Und dass das Essen so mit positiven Gefühlen verbunden ist, das ist wirklich etwas Schönes“, erklärt Antje Werner. „Bei den jüngeren Kindern im Kindergartenalter steht bei den gemeinsamen Familienmahlzeiten außerdem im Vordergrund, dass sie auch lernen, mit der Zeit immer vielseitiger zu essen, indem sie immer wieder neue Lebensmittel probieren.“ Mit größeren Kindern könne man die gemeinsame Zeit am Tisch schon immer mehr dazu nutzen, sich gegenseitig von den Erlebnissen des zu Ende gehenden Tages zu berichten. „Und mit Jugendlichen kann die Zeit am Tisch schon auch zum Diskutieren genutzt werden“, so die Erziehungsberaterin.

    Mit älteren Kindern kann es auch wichtig sein, ein paar Regeln für die gemeinsamen Mahlzeiten zu vereinbaren. Zum Beispiel, dass es während dieser Zeit möglichst keine Störungen geben sollte. So rät Erziehungsberaterin Antje Werner zum Beispiel dazu, dass das Handy während der gemeinsamen Familienmahlzeit im Zimmer oder einem anderen Raum der Wohnung und eben nicht am Essenstisch liegen bleibt.

    Auch ein Tischspruch oder Tischgebet als gemeinsamer Beginn kann gerade für Kinder ein wichtiges Signal sein. Dann wissen alle, jetzt fangen wir zu essen an. Das Ende kann aber dann gerade mit kleineren Kindern wieder lockerer gehandhabt werden. „Es ist schon gut, wenn die Kinder beim Essen dabei sind, aber auch aufstehen dürfen und so lernen, dass die Erwachsenen noch in Ruhe zu Ende essen möchten. Dafür ist es schön, wenn sie sich noch eine Weile alleine beschäftigen oder spielen können. Das kann ja vielleicht am Boden neben dem Esstisch sein.“

    Wenn hingegen die gemeinsamen Mahlzeiten in der Familie immer wieder Anlass für Zoff oder Streitereien sind, bietet die KJF Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung professionelle Hilfe für Eltern, die nicht mehr weiterwissen. (pm)

    St. Ulrichsplatz 3, Dillingen, Telefon 09071/770390, www.kjf-kinder-jugendhilfe.de/erziehungsberatung

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