
Wozu Kneipp in der Kita?

Bei den „Dillinger Gesprächen zur Erziehung“ wird schnell klar: Weil es mehrere Vorteile hat
Seit 2001 können sich Kitas mit dem Gütesiegel durch den Kneipp-Bund als „Vom Kneipp-Bund anerkannte Kindertageseinrichtung“ zertifizieren lassen, aber auch Kindergärten, Horte und Senioreneinrichtungen hätten inzwischen diese Möglichkeit dieser Auszeichnung. Nur wozu?
Das stand im Mittelpunkt der jüngsten „Dillinger Gespräche zur Erziehung“ an der Fachakademie für Sozialpädagogik Dillingen in Kooperation mit der Stadt Dillingen. Der Titel der Veranstaltung lautete: „Kindergesundheit – warum Kneipp in der Kita? – Auf dem Weg zur kneippzertifizierten Kindertageseinrichtung in Theorie und Praxis“. Dillingens Dritter Bürgermeister Peter Graf verwies auf das diesjährige Motto des Kneippbundes „Wissen, was gesund hält“. Die Vorsitzende des Kneipp-Bund Landesverbands Bayern und Präsidentin von Kneipp Worldwide, Ingeborg Pongratz, sagte, dass die Gesundheitsbildung in der Kita inzwischen ein eigener Bildungsbereich geworden ist, der sogar im Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan verankert sei. Die fünf Elemente der Kneipp’schen Lehre seien sehr einfach und ohne große finanzielle Investitionen in den Tagesablauf der Kitas umzusetzen. So könne unter anderem die psychische Widerstandskraft der Kinder gut gestärkt werden. Erfahrungsberichte zeigen, so Pongratz, dass bei der Implementierung des Kneipp-Konzepts, etwa in Form von regelmäßigen Kneipp-Anwendungen, wie Fuß- oder Armbäder, Schneetreten, viel Bewegung im Freien, oder etwa Trockenbürsten und vieles mehr, die Infektanfälligkeit der Kinder deutlich reduziert werde. Unter anderem ist die Schulung der Kita- Mitarbeiter eine Voraussetzung für eine Zertifizierung der Einrichtung. Inzwischen gibt es 430 zertifizierte Kitas und 37 Schulen deutschlandweit.
Gabriele Vaas, Leiterin des Städtischen Kindergartens Schneegarten in Donauwörth, zeigte anhand von Bildern aus ihrer kneippzertifizierten Einrichtung, wie die fünf Säulen Kneipps dort umgesetzt werden. Durch Aktionen im Freien, täglich durchgeführte Wasseranwendungen, durch gemeinsam zubereitetes gesundes Essen, die Verwendung von Kräutern und durch Massagen etwa mit einem Igelball, werde das Immunsystem der Kinder gestärkt – die Kinder seien viel weniger krank – sowie die Selbstständigkeit gefördert. Fachakademieleiter Werner Eitle verabschiedete die Referentinnen mit einem Präsent. (pm)
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