Landkreis In sieben Lebensmittelgeschäften im Landkreis Dillingen sind mit PCB und Dioxin belastete Eier aufgetaucht. Das bestätigte gestern Peter Haunstetter, Lebensmittelkontrolleur am Landratsamt. „Wir haben eine Schnellwarnung von der Regierung von Schwaben bekommen. Das ist richtig“, so Haunstetter. Daraufhin wurden am vergangenen Donnerstag und Freitag sofort die betroffenen Geschäfte kontrolliert. „Auch die Marktleiter haben eine Schnellwarnung bekommen und alle haben sofort die Eier aus den Regalen entfernt und vernichtet. Es sind keine belasteten Eier mehr im Umlauf und es besteht keine Gefahr für den Verbraucher.“ Haunstetter schätzt, dass es pro Lebensmittelgeschäft maximal zehn Eierkartons gewesen seien. „Das tut den Geschäften nicht weh.“ Dennoch sei nicht auszuschließen, dass Kunden schon vorher genau diese Sorte gekauft haben könnten.
Belastet sein können laut Landratsamt Eier mit der Stempelnummer „0–DE–0357661“. Die Ware stammt aus niedersächsischen Legehennenbetrieben. Bei Eigenkontrollen wurden erhöhte Gehalte an dioxinähnlichem PCB in den Eiern festgestellt. Wer diese Lebensmittel zu Hause entdeckt, solle sie sofort beseitigen. Peter Haunstetter rät, die Eier in die Restmülltonne zu werfen, „dann passiert gar nichts mehr“. Man könne die gekaufte Ware aber jederzeit zu den Lebensmittelfilialen zurückbringen. „Die Geschäfte sind informiert und tauschen die Eier um.“
Wer nun aber doch schon solch ein belastetes Ei verzehrt hat, muss sich keine Sorgen machen, das bestätigte Dr. Uta-Maria Kastner, Ärztin am Landratsamt: „Nur wer über einen langen Zeitraum regelmäßig Dioxin aufnimmt, kann Langzeitschäden davon tragen.“ Eine ein- oder gar mehrmalige Aufnahme sei keinesfalls schädlich. Wer über einen sehr langen Zeitraum unter anderem Dioxin zu sich nehme, könne dadurch eine Krebserkrankung fördern, so Kastner. „Aber wegen den Eiern ist im Landkreis keiner gefährdet.“
Wie das Dioxin in die Eier gelangt sein könnte, sei die Gretchenfrage, wie Eugen Bayer, BBV-Kreisgeschäftsführer, sagt. Sowohl über die Nahrungsaufnahme als auch die Luft sei es möglich. „Derzeit werden die drei Betriebe kontrolliert und die Behörden vor Ort suchen vehement nach der Ursache“, so Bayer. Das führe bis zur Stallisolierung. Die Rücknahme der Eier sei prophylaktisch, aber sowohl für Mensch als auch für die Tiere in den betroffenen Betrieben seien die Werte unbedenklich. „Ist die Ursache gefunden, dann generiert sich der Wert auch wieder.“ Der finanzielle Schaden für die Landwirte sei jedoch enorm, ebenso der Imageschaden, sagte Eugen Bayer gegenüber der DZ. " Bayern